Bredeneyer Friseur zwischen Handwerk und Kunst

Christian Makowski mit Kundin Lou Sherwood. Der Bredeneyer ist seit 30 Jahren als Friseur tätig.
Christian Makowski mit Kundin Lou Sherwood. Der Bredeneyer ist seit 30 Jahren als Friseur tätig.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Friseur Christian „Mako“ Makowski war Türsteher und Privatdetektiv. Am 11. September blickt er auf 30 Berufsjahre mit einer Ausstellung zurück.

Essen-Bredeney.  Ein Mann, ein Wort: „Out of bounds“! Sein Leitsatz passe sicherlich wie die Faust aufs Auge, sagt Christian „Mako“ Makowski. Sein Motto, das dem American Football entliehen ist, heißt frei übersetzt: „außerhalb der Begrenzungslinien“ oder auch „außerhalb des Spielfeldes“. Und der Friseur aus Bredeney ist konsequent, hat sich den Spruch schon vor langer Zeit auf seinen Unterarm tätowieren lassen.

„Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich gegen Regeln verstoße, sondern gerne ein wenig anders sein und arbeiten möchte als die meisten“, erzählt Makowski, der in Essen bekannt ist wie ein bunter Hund und den alle nur Mako nennen. Am kommenden Sonntag, 11. September, feiert der 47-Jährige „Mako - 30 Jahre an der Schere“ mit Drinks, Musik und einer Ausstellung.

Makowski lädt von 10 bis 20 Uhr in die Räumlichkeiten über seinem Salon „Hairworks“ an der Bredeneyer Straße 94, in denen er die Ausstellung mit seltenen Utensilien des Friseurhandwerks sowie etlichen Bildern aus drei Jahrzehnten präsentiert - und haufenweise Artikel aus diversen Hochglanzmagazinen.

Über den Mann mit den unzähligen Tattoos ist nämlich schon viel geschrieben worden. Weil er einerseits das Klischee des bunten Vogels erfüllt und sich andererseits schon früh einen Namen weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus gemacht hat. In jungen Jahren verdingte sich Makowski in diversen Jobs. „Ich war Türsteher, Geschäftsführer von zwei Diskotheken, DJ in der Ego-Bar, Veranstalter von großen Partys und habe mich auch noch als Privatdetektiv versucht.“

Nach der Lehre beim damals bekanntesten Ausbilder Klaus Wolf auf der Kettwiger Straße und später beim Schweizer Philipp Egli ging es zunächst rasant bergauf. Keine zehn Jahre später hatte er mehrere Läden in Essen, beschäftigte zwischenzeitlich bis zu 14 Azubis gleichzeitig, frisierte „ganz nebenbei“ Top-Models auf Modenschauen in Paris, Mailand, Düsseldorf. Doch die Zeiten wurden härter, Billig-Friseure und Friseurketten machten mächtig Konkurrenz. Heute konzentriert sich Mako auf seinen Stamm-Salon in Bredeney, der 2007 von einem Fachjournal zum besten Salon Deutschlands gekürt wurde, und seine „Hairworks“-Filiale im niedersächsischen Wietmarschen.

Unter Strom steht Christian Makowski freilich wie eh und je, weil er seinen Beruf nach wie vor mit Leidenschaft ausübt. „Außerdem ist man ja Handwerker, Künstler, Entertainer, Psychologe, Kaufmann und Ausbilder in einer Person“, lächelt er, „da hat man genug zu tun“.

Wenn auch viele, die in Essen Rang und Namen haben, zu seinen Stammkunden zählen, sieht er sich gewiss nicht als Starfriseur. Rote Teppiche und Blitzlichtgewitter sind nicht seine Welt, da ist er durchaus bodenständig geblieben. Für ihn zähle vor allem die Zufriedenheit der Kunden.

 
 

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