„Blitzmarathon“ für Radler – große Polizeikontrolle in Essen

Heinz Rochholz (links) kam  gemeinsam mit seinem Enkel Jonas (4) in die Polizeikontrolle am Baldeneysee. In ihrem Fall hatten die Polizeibeamten Dirk Nelle und Kollegin Manuela Dieker aber nichts zu beanstanden.
Heinz Rochholz (links) kam gemeinsam mit seinem Enkel Jonas (4) in die Polizeikontrolle am Baldeneysee. In ihrem Fall hatten die Polizeibeamten Dirk Nelle und Kollegin Manuela Dieker aber nichts zu beanstanden.
Foto: WAZ FotoPool
Die Essener Polizei hat von Donnerstagmorgen bis zum Nachmittag 440 Fahrradfahrer im gesamten Stadtgebiet kontrolliert. 131 Mal wurde ein Verwarngeld erhoben, acht Mal mussten gar Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Besonders teuer wird es dann, wenn Radler eine rote Ampel missachten.

Essen. Den sommerlichen Temperaturen sei Dank erblicken zahlreiche Fahrräder derzeit wieder das Sonnenlicht, werden aus den Kellern geholt und zunehmend als Fortbewegungsmittel im Straßenverkehr eingesetzt.

Damit Essens Fahrradfahrer unfallfrei und unversehrt durch die Saison kommen, hat die Essener Polizei am Donnerstag in der Zeit von 7 bis 15 Uhr eine groß angelegte Kontrollaktion im gesamten Stadtgebiet durchgeführt. Sozusagen der Blitzmarathon für die Fahrradfahrer. Nur mit dem Unterschied, dass weniger auf die Geschwindigkeit geachtet wurde, sondern primär auf die Verkehrssicherheit der Räder oder das Verhalten der Radfahrer.

„Im Jahr 2012 verzeichneten wir in Essen 239 verunglückte Fahrradfahrer, 2013 waren es sogar 282. Bei dieser Steigerung von 4,8 Prozent macht es Sinn, die Fahrradfahrer, also die schwachen Verkehrsteilnehmer, zu Beginn der Saison zu sensibilisieren“, begründet Polizeisprecher Marco Ueberbach die Kontrollaktion.

Missachten einer roten Ampel kann teuer werden

Eine Hand am Lenkrad, die andere am Handy? Ohrstöpsel beim Fahrradfahren? Der Freund auf dem Gepäckträger? Mal eben in eine „Durchfahrt verboten“-Straße einbiegen? Oder noch schnell bei Rot über die Ampel? Alles Verstöße, die nicht in die Kategorie „Kavaliersdelikte“ fallen, sondern Gefahren mit sich bringen und dementsprechend geahndet werden. So kostet das Missachten einer roten Ampel beispielsweise 45 Euro, ist die Ampel schon länger als eine Sekunde Rot wird es sogar noch mal 55 Euro teurer.

An der Rüttenscheider Straße kontrollierten die Beamten gleich an mehreren Posten; dort fielen besonders Verstöße wie falsches Abbiegen oder das Fahren auf dem Fußgängerweg – trotz vorhandenen Radstreifens – auf. Letzteres beobachteten auch die Beamten am Regattaturm am Baldeneysee zuhauf. Dass hier Fahrradfahrer und Spaziergänger getrennt würden, hätte aber durchaus seinen Sinn, wie Polizeihauptkommissar Dirk Nelle erklärt: „Bei schönem Wetter ist der Weg entlang des Sees voll mit Spaziergängern. Darunter auch viele ältere oder auch gehbehinderte Personen.“ Schlängeln sich dazwischen noch Fahrradfahrer, seien Zusammenstöße vorprogrammiert.

440 Radfahrer wurden kontrolliert

Insgesamt kontrollierten rund 50 Beamte 440 Fahrradfahrer. 131 Mal erhoben sie Verwarngelder, acht Mal wurden Ordnungswidrigkeiten geahndet, zu denen unter anderem „über Rot fahren“ zählt. Im Zuge der Kontrollaktion wurden die Beamten übrigens noch auf zwei Autofahrer aufmerksam, die unter Drogeneinfluss standen.

 
 

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