Betrüger kommen oft in Handwerkerkluft

Keinem Fremden die Tür aufmachen, rät die Polizei.
Keinem Fremden die Tür aufmachen, rät die Polizei.
Foto: Essen
In Haarzopf ist offenbar ein „falscher“ Dachdecker unterwegs. Seniorin öffnete die Tür, konnte den Mann aber wieder loswerden.

Essen-Haarzopf..  Diesen Tag wird die 86-jährige Haarzopferin so schnell nicht vergessen: Am Dienstag stand plötzlich ein Mann vor ihrer Tür, der sich als Dachdecker ausgab und Wasserschäden im Haus begutachten wollte. Bis in die Wohnung gelangte der Fremde, dann schöpfte die Seniorin Verdacht. Zum Glück gelang es ihr, den ungebetenen Gast wieder loszuwerden, offenbar ohne dass dieser etwas entwenden konnte. Die Polizei hat den Vorfall mit dem offenbar falschen Dachdecker aufgenommen.

Der etwa 30-jährige Mann hatte sich in der Straße An der Fuchskaul gegen 11 Uhr als Dachdecker vorgestellt, der in der Nachbarschaft Arbeiten ausführe und dabei bemerkt habe, dass Wasser auf dem Dach der Seniorin stehe. Der Mann habe angeboten, nachzusehen, ob sich in der Wohnung schon Wasserflecken gebildet hätten.

„Auf mich wirkte das sehr überzeugend“, sagt die 86-Jährige. Als der Mann sie allerdings ausgefragt habe, ob sie allein dort wohne und er durch die Wohnung laufen wollte, schöpfte die Frau Verdacht. Mit der Bemerkung, sie habe schon einen Dachdecker, habe sie ihn zum Gehen aufgefordert. Ihr Sohn habe die Polizei verständigt. „Sie haben die Sache sehr ernst genommen und versprochen, in der Umgebung verstärkt Streife zu fahren“, sagt die Haarzopferin. Ihr Sohn habe in der Umgebung einen älteren Lieferwagen gesehen, der seinem Eindruck nach die Straße auffällig abgefahren sei. Am nächsten Tag habe es bei ihrer Nachbarin einen ähnlichen Vorfall gegeben.

„Trickbetrüger haben ein großes Repertoire, kommen oft als Handwerker“, weiß Tanja Hagelüken von der Pressestelle der Polizei. Manchmal machten sich Betrüger aktuelle Ereignisse zunutze. So hätten im vergangenen Jahr nach dem schweren Pfingststurm wiederholt Menschen behauptet, Baumschäden oder ähnliches beheben zu wollen. „Die Betrüger kommen entsprechend gekleidet, wirken oft seriös, so dass man erst einmal keinen Verdacht schöpft“, so Hagelüken. Ziel sei es immer, in die Wohnung zu gelangen.

„Wichtig ist, nie einen Fremden einfach in die Wohnung zu lassen. Unangemeldete Handwerker sollte man wieder wegschicken und einen neuen Termin vereinbaren. Und immer selbst die Nummer der entsprechenden Firma nachschauen, nicht auf die Angaben des Unbekannten verlassen“, gibt Tanja Hagelüken Verhaltenstipps. Wenn ein Fremder vor der Tür stehe, dürfe man sich nicht überrumpeln lassen. Schöpfe man Verdacht, sollte man sofort die Polizei benachrichtigen, so dass die Beamten noch eine Chance hätten, den Verdächtigen vor Ort anzutreffen.

Im aktuellen Fall werde der „Dachdecker“ als etwa 30 Jahre alt und 1,75 Meter groß beschrieben. Er soll akzentfrei Deutsch und sehr schnell gesprochen haben. Der Mann habe ein dunkelblaues Wollhemd und eine Kappe getragen. Hinweise an die Polizei: 8290.

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