Auch Otto Rehhagel schaut mal rein

Jessica Hellmann
Auf die Konditorei legen Jacky Klaes (l.) und Chefin Patricia Silberbach den Schwerpunkt. Foto: Udo Milbret
Auf die Konditorei legen Jacky Klaes (l.) und Chefin Patricia Silberbach den Schwerpunkt. Foto: Udo Milbret
Foto: WAZ FotoPool
Wieder in Familienhand ist das traditionsreiche Café Sprenger am Stadtwaldplatz.

Stadtwald.  „Wir sind keine Bäcker“, betont Patricia Silberbach und platziert ein großes Stück Schokosahnetorte auf dem Teller. Die Chefin des Café Sprenger am Stadtwaldplatz möchte sich von klassischen Bäckereibetrieben absetzen und auf Konditoreiware konzentrieren. „Natürlich haben wir auch ein Brötchensortiment, aber unser Hauptaugenmerk liegt auf der Konditorei und Patisserie.“ Seit der Wiedereröffnung im Oktober letzten Jahres ist das Café wieder zum Treffpunkt geworden. „Viele ältere Kunden haben befürchtet, dass wir das Café zu flippig und jugendlich einrichten“, sagt Silberbach. „Aber die Räume haben trotz der Modernisierung ihren traditionellen Charme erhalten.“ Sogar Fußballtrainer Otto Rehhagel schaut hin und wieder auf einen Kaffee vorbei.

Die lange Tradition der Konditorei wird durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos im hinteren Teil des Cafés dokumentiert. Bereits im Jahr 1933 eröffnete Konditormeister Carl Sprenger sein Café an der Huyssenallee. „Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Konditorei meines Großvaters aber komplett zerstört“, erzählt die neue Chefin. „Er baute das Café dann 1946 am Stadtwaldplatz wieder auf.“

Im Jahr 1974 nahm sein Sohn Karl-Heinz Sprenger, der ebenfalls Konditormeister war, den Tortenheber in die Hand und führte das Café fortan mit seiner Frau Anna. Heute leitet ihre Tochter Patricia Silberbach die Konditorei in der dritten Generation. „Ich bin damit groß geworden. Da kennt man sich ganz gut aus“, lacht die 40-Jährige. Sechs Jahre lang hat sie das Café geführt. Dann entschied sie sich für eine Babypause und kümmerte sich erst mal um ihre Zwillinge.

Von 2003 bis 2010 hatte die Familie das Café verpachtet. Nun hat Silberbach erneut die Leitung übernommen. Nach einer Kernsanierung konnte das Café Sprenger im Oktober 2010 wieder eröffnen. „Wir haben alles auf den neuesten Stand gebracht und komplett neu eingerichtet“, sagt Silberbach. Die Dekoration hat der gelernten Fotografin besonders viel Freude bereitet. „Die Optik ist mir schon sehr wichtig. Das gilt auch für unsere Torten. Schließlich isst das Auge ja mit.“

Besonderer Blickfang ist die Showkonditorei im Erdgeschoss. Dort kann jeder Kunde bei der Zubereitung der Leckereien zuschauen. Auch individuelle Wünsche werden erfüllt. „Wir stellen sofort die gewünschten Waren her. Der Kunde kann in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken“, erklärt Silberbach. „Besonders beliebt sind bestimmte Schriftzüge wie Namen auf Torten.“

Fester Bestandteil des 25-köpfigen Teams ist Konditorgeselle Manfred Holm, der schon seit 37 Jahren im Café Sprenger tätig ist. „Es geht mir auch darum, die Tradition des Konditorei-Handwerks fortzuführen. Heutzutage ist das sehr selten“, sagt Patricia Silberbach.