Suche nach Bergbauschacht - A40-Sperrung droht

Straßen NRW beginnt an der A40 mit der Suche nach einem alten Bergbauschacht aus dem 19. Jahrhundert.
Straßen NRW beginnt an der A40 mit der Suche nach einem alten Bergbauschacht aus dem 19. Jahrhundert.
Foto: Archiv-Foto: Ilja Höpping / WAZ FotoPool
Straßen NRW beginnt mit der Suche nach einem alten Bergbauschacht unmittelbar an der Autobahn in Essen-Frillendorf. Der Landesbetrieb schließt nicht aus, dass die A40 in Fahrtrichtung Bochum komplett gesperrt werden muss. Das Risiko eines Tagesbruchs sei eine latente Gefahr.

Essen. Der landeseigene Baubetrieb Straßen NRW beginnt am Montag an der A40 in Frillendorf mit der Suche nach einem alten Bergbauschacht aus dem 19. Jahrhundert. Ahmed Karroum, Leiter der Bauabteilung der Niederlassung Ruhr, schließt nicht aus, dass die Verkehrs-Hauptschlagader durch das Ruhrgebiet für die Dauer der Arbeiten in Fahrtrichtung Bochum mindestens für mehrere Tage komplett gesperrt werden muss.

Und zwar dann, wenn sich herausstellen, dass der stillgelegte Schacht gesichert und verfüllt werden muss. Unmittelbar betroffen von einer Sperrung wäre auch die Busspur der Evag. „Das Risiko eines Tagebruchs ist eine latente Gefahr“, warnt Karroum.

Schacht der ehemaligen Zeche Joachim auf Karten

Auf historischen Bergbaukarten ist der stillgelegte Schacht der ehemaligen Zeche Joachim dort eingezeichnet, wo heute die Huckarder Straße entlang der A40 verläuft. Jörg Mittrach von der DMT, die Straßen NRW berät, vermutet ihn in Höhe der Hausnummern 10 bis 20.

Wahrscheinlich befindet sich der Schacht im Bereich der rechten Fahrspur, möglicherweise liegt er genau unter der Fahrbahn. Die genaue Lage soll ab Montag mit Hilfe von Erkundungsbohrungen bestimmt werden.

Entlang der A40 in Frillendorf baut Straßen NRW neue Lärmschutzwände, die mit 7,50 Meter deutlich höher sind als die heutigen, die nur 3,50 Meter hoch sind. Die neuen Schutzwände werden bis zu zehn Meter tief im Erdreich verankert. „Wir müssen ausschließen, dass das Bohrgerät 50 Meter in Tiefe fällt“, sagt Projektleiter Frank Theißing.

Schon hunderte von Umleitungsschildern gedruckt

1840 war der Schacht 56 Meter tief senkrecht tief in den Boden getrieben worden. Die damaligen Betreiber der Zeche Joachim sicherten sich damit die Rechte für die Erschließung eines Flözes namens Mausegatt. Zwei bis drei Jahre wurde hier Kohle gefördert, insgesamt 400 bis 600 Tonnen. „1845 ist der Schacht aufgegeben worden, anschließend wurde er vergessen“, so Jörg Mittrach.

Straßen NRW profitiert davon, dass in alten Unterlagen dennoch etwas über den so genannten Sturmschacht zu finden ist. Der Schacht war 2,4 mal 1,8 Meter groß und mit Holz verkleidet. Später wurde er wahrscheinlich mit Gestein und Erdreich locker verfüllt und schließlich zugemauert. Nun gilt es herauszufinden, ob Straßen NRW mit Zement nachhelfen muss.

Auf den Fall der Fälle sei man vorbereitet, sagt Projektleiter Theißing. Hunderte von Umleitungsschildern sind gedruckt, um schon an den Autobahnen A3 und A42 auf die Vollsperrung hinzuweisen, sollte es denn dazu kommen. „Wenn wir viel Glück haben“, so Theißing“, „haben wir alles für die Katz’ produziert“.

 
 

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