„Such Gift!“ – Daemon ist ein ausgebildeter Köder-Suchhund

Julia Witte
Suchhund Demon bei der Schnüffelarbeit.
Suchhund Demon bei der Schnüffelarbeit.
Foto: Alexandra Roth
Nicht immer ist bei Meldungen über Hundeköder sicher, ob es sich um Panikmache oder eine reale Gefahr handelt. Schäferhund Daemon wurde zum Giftköder-Suchhund ausgebildet.

Essen. Kaum hat Frauchen Michèle Panthen das Kommando „Such Gift!“ ausgesprochen, hält Schäferhundrüde Daemon seine Nase auf den Boden, schnüffelt und wirbelt aufmerksam durch den Wald. Nach nur wenigen Minuten legt sich der Hund hin – direkt vor eine Köder-Attrappe, die Herrchen Dennis Panthen zuvor tief im Laub versteckt hat. Daemon wurde von seinen Besitzern zum Giftköder-Suchhund ausgebildet, die damit wohl eine „Marktlücke“ entdeckt haben.

Schließlich überschlagen sich seit einigen Monaten die Meldungen über Giftköder – Schreckensnachrichten für alle Hundebesitzer. Vor allem in den sozialen Netzwerken melden besorgte Bürger und Hundehalter fast täglich Orte, an denen zum Beispiel Leberwürste mit Rattengift oder mit Rasierklingen bespickte Fleischwürste ausgelegt sein sollen.

Doch was steckt wirklich dahinter? Werden tatsächlich regelmäßig in Parkanlagen und Wäldern zwischen Karnap und Kettwig Köder ausgelegt, an denen Hunde verenden sollen? Manchmal scheint es sich um Panikmache zu handeln, manchmal aber auch um grauenvolle Realität. So berichtete unsere Zeitung kürzlich über zwei Hunde, die nachweislich Opfer von Ködern wurden.

Bei „Moritz“ endete die Gassirunde tödlich, der Dackel fraß in Werden Rattengift. Ein mit einer Klinge bespickter Köder wurde einem Mischlingshund in Katernberg zum Verhängnis. Offensichtlich handelt es sich also nicht immer um Gerüchte. Und so ist die Sorge bei den Essener Hundeliebhabern groß: „Wir bekommen regelmäßige Anfragen zu diesem Thema“, bestätigt Polizeisprecher Lars Lindemann.

Den Meldungen und Anfragen bei der Polizei stünden, laut Lindemann, jedoch verhältnismäßig wenige Anzeigen gegenüber. Dies bedeute, dass es sich in manchen Fällen womöglich um unbegründete Panikmache handeln würde. Und wenn sich ein Fall bestätigt, sollte dringend Anzeige erstattet werden.

Panikmache, Gerüchte oder Realität? Dennis und Michèle Panthen versprechen nun Gewissheit beim Aufspüren von Ködern – mit Daemon an der Leine. „Gerne begeben wir uns ehrenamtlich auf die Suche“, so Dennis Panthen. Sollte es konkrete Hinweise für ausgelegte Köder geben, würde sich das Paar gemeinsam mit Daemon den Ort genauer anschauen.

Das Paar betreibt seit über einem Jahr das Hunde-Trainingszentrums „Prodog Trainer“ am Reulsbergweg in Kupferdreh. Hier werden sie in Kürze auch Kurse anbieten, in denen Hunde erlernen sollen, Giftköder gar nicht erst anzurühren. Konzept und Trainingsprogramm des „Anti-Giftköder-Trainings“ sind bereits ausgereift. Der Vollständigkeit halber wird mit einem Tierarzt zusammengearbeitet, der das Programm mit fundierten Informationen zu Vergiftungserscheinungen oder Erster Hilfe begleiten soll.

Weitere Informationen zum „Anti-Giftköder-Training“ erhalten Interessenten unter der Telefonnummer 0201/80 93 92 84 oder unter der Nummer 0151-24 108 431.