Streit um Straßenbahn geht weiter

Dezernentin Raskob fordert Konsequenzen.

Essen. Der Mülheimer Stadtrat hat die viel kritisierte Abkehr von der Straßenbahn, damit auch das Aus für die Linie 104 nach Essen und die Stadtbahn-Linie U 18 vertagt.

Vor dem Hintergrund fordert Simone Raskob, in Essen zuständige Dezernentin für den ÖPNV, ein neues Konstrukt für die gemeinsame Via-Verkehrsgesellschaft: „Wenn es freiwillig nicht funktioniert, muss man darüber nachdenken, ob man es politisch hinbekommt.“ Ein starker Nahverkehr mit Bus und Bahn sei in der Metropole Ruhr mit fünf Millionen Menschen ein nachhaltiger Wirtschaftsfaktor. Ziel müsse deshalb ein Verkehrsunternehmen sein, das nicht vom Verhalten einzelner Städte abhängig ist. „So jedenfalls wird es zur Belastung“, sagt die Dezernentin, die sich verärgert und enttäuscht darüber zeigt, dass es im Vorfeld keinerlei Kontakte, Informationen oder Hinweise gegeben hat, weder auf städtischer Ebene, noch innerhalb der Via: „Wir haben es aus der Presse erfahren.“

Konzession bis 2027

Ebenso wie die Duisburger Stadtspitze sehe man keine Notwendigkeit, eine Linie einzustellen. Da Mülheim auf den Kauf von 20 Fahrzeugen verzichtet und nur zehn bestellen will, sollte man seitens der Via überlegen, die übrigen Straßenbahnen zu ordern, da die alten Förderbedingungen nur noch bis Jahresende gelten: „Die Fahrzeuge können wir gebrauchen.“ Bereits im zurückliegenden Winter hatte die Evag der Mülheimer Verkehrsgesellschaft trotz eigener Engpässe vier Bahnen zur Verfügung gestellt.

So einfach, betont Simone Raskob, könne sich Mülheim ohnehin nicht vom Straßenbahn-Netz verabschieden: „Die Konzession für die Linie 104 läuft bis 2021, die Konzession für die U 18 sogar bis 2027. Und wir werden als Stadt Essen darauf bestehen, dass diese Verträge erfüllt werden.“ Die Konzession schreibt auch den Betrieb der Strecke vor, gegen eine Kündigung würde Essen juristisch vorgehen. Im übrigen bräuchte Mülheim dazu die Zustimmung der Bezirksregierung: „Das sehe ich nicht.“

 
 

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