Straßencafé-Pläne lösen Protest aus

Gordon K. Strahl

Steele.  Die Pläne der Szene-Kneipe Freak Show, ab April vor ihrem Standort am Grendplatz ein Café zu eröffnen, stoßen bei einigen Anwohnern nicht auf Gegenliebe. Schon jetzt sei besonders nachts die Lärmbelästigung „unheimlich hoch“, beschwerten sich einige Bürger während der Sitzung der Bezirksvertretung Steele/Kray. Die Politiker reagierten vorsichtig verhalten auf die Einwürfe. Am Grendplatz existierten keine Probleme, die nicht typisch seien für öffentliche Plätze, meint etwa Eduard Schreyer von der FDP.

„Eigentlich haben wir eine schöne Wohnung“, sagt eine Mutter von zwei Kindern, die mit ihrer Familie am Grendplatz wohnt. Ihren Namen will sie in diesem Zusammenhang nicht in der Zeitung lesen, denn sowohl sie als auch ihre Kinder seien „immer wieder abends angepöbelt“ worden. Darüber hinaus herrsche großer Drogenkonsum, Leute urinierten in den Hausfluren. Dies und nicht zuletzt „ständiges Herumgegröle bis tief in die Nacht bewege die Familie, jetzt umzuziehen. In eine ruhigere Gegend. Den Schuldigen hat sie schnell ausgemacht: „Seit die Freak Show hier aufgemacht hat, hat sich die Lage verschlimmert.“

Dies mag Eduard Schreyer, der bis Ende Oktober vergangenen Jahres als Leiter der Krayer Polizeistation auch Steele fest im Blick hatte, nicht bestätigen: „Aus meiner Erfahrung hat sich die Freak Show bisher nicht als größeres Problem dargestellt“, sagt er. „Da spielen die Spielhallen in Bezug auf Drogen eine größere Rolle.“

Stellungnahme des Ordnungsamtssteht noch aus

Dass nächtliche Ruhestörungen vor allem auch vom Kiosk neben der Freak Show ausgegangen seien, meint der Polizeibeamte Andreas Wiese von der Krayer Wache. „Der Betreiber hat schon zwei Mal eine Anzeige bekommen wegen Verstoßes des Nutzungsrechts.“ Bis spät in die Nacht habe er die Gäste vor seinem Mini-Geschäft sitzen lassen.

Doch fürchten die Anwohner, dass sich eben dieses Problem mit einer Außengastronomie der Freak Show verstärke. „Da geht es doch nie vor 22 Uhr los – dann werden die doch den Biergarten auch nicht tagsüber laufen lassen“, monieren sie.

Bedenken, die auch die Politiker nicht ausräumen können, zumal die Verwaltung laut Vorlage zwar keine Bedenken gegen das Vorhaben der Szenekneipe erhebt, aber es nur mit Feuerwehr und Oberer Denkmalbehörde abgestimmt habe. „Eine Stellungnahme des Ordnungsamts fehlt“, stellt Nicole Markner von der CDU fest.

Auf die wartet Ela Nordvall, Betreiberin der Freak Show, auch noch, berichtet sie auf Anfrage dieser Zeitung. „Bevor das nicht durch ist, fange ich nicht an, Stühle und Tische einzukaufen.“

Bis tief in die Nacht wolle sie selbstverständlich ihr Café nicht aufhalten. „Da halten wir uns natürlich an die gesetzlichen Regelungen und holen unsere Gäste früh genug rein.“ Der Gesetzgeber erlaubt es Außengastronomien immerhin, bis 24 Uhr offen zu halten.