Straßenbahnen halten ab Montag wieder am Berliner Platz

Mehr Licht, mehr Raumgefühl: Die Minus-Drei-Ebene am U-Bahnhof Berliner Platz wurde modernisiert. Ab Montag halten dort wieder Straßenbahnen.
Mehr Licht, mehr Raumgefühl: Die Minus-Drei-Ebene am U-Bahnhof Berliner Platz wurde modernisiert. Ab Montag halten dort wieder Straßenbahnen.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Sechs Monate lang wurde die unterste Ebene des U-Bahnhofes modernisiert.
  • Die Evag hat 6,3 Millionen Euro in Brandschutz und mehr Komfort investiert.
  • Die Station bietet mehr Raumgefühl. Ebene 2 soll 2018 an der Reihe sein.

Essen.. Fahrgäste der Evag, die am kommenden Montag zwischen sechs und neun Uhr im U-Bahnhof am Berliner Platz aus der Straßenbahn steigen, erwartet dort eine süße Überraschung. Das Nahverkehrsunternehmen verteilt Berliner Ballen und entschuldigt sich auf diesem Weg für die Unannehmlichkeiten der vergangenen sechs Monate. Denn so lange konnten Straßenbahnen am Berliner Platz aufgrund von Bauarbeiten nicht halten. Auch wenn die Handwerker noch alle Hände voll zu tun haben, sind die Arbeiten inzwischen so weit fortgeschritten, dass die Evag am Montag den Betrieb im U-Bahnhof wieder vollständig aufnehmen wird.

6,3 Millionen Euro haben die städtischen Verkehrsbetriebe investiert, um die unterste der drei Ebenen der U-Bahnstation zu modernisieren. Die wurde 1991 eröffnet; nach 25 Jahren war der sprichwörtliche Lack ab. Die orangefarbenen Fliesen sind nun verschwunden. Die Evag beließ es aber nicht bei bloßer Kosmetik. Verschärfte gesetzliche Anforderungen machten den Einbau von gläsernen Brandschutztüren erforderlich, Treppenaufgänge wurden ebenfalls verglast. Dies soll sicherstellen, dass Fahrgäste sich in Sicherheit bringen können, sollte ein Feuer ausbrechen und starker Rauch entsteht. Sieben bis acht Minuten blieben ihnen dafür Zeit. Erst wenn sich zuviel Rauch unter der Decke gebildet hat, würden sich die Türen automatisch schließen, per Hand ließen sie sich aber weiterhin öffnen, erläutert Evag-Ingenieur Bertram Gröpper. Auch die abgehängten Decken sind wegen des Brandschutzes verschwunden. Dass der U-Bahnhof vom Raumgefühl her weniger bedrückend wirkt, ist ein willkommener Nebeneffekt.

"Kein Raum, an dem man sich lange aufhalten will"

Die Sicherheit der Fahrgäste war ein zentrales Anliegen für den Umbau, aber auch den Komfort wollte die Evag verbessern. Dafür wurde ein zweiter Aufzug eingebaut, war der vorhandene Fahrstuhl doch der meistgenutzte im ganzen U-Bahnnetz. Regelmäßig bildeten sich davor auf dem Bahnsteig lange Schlangen. Künftig soll es entspannter zugehen.

Komfortabler wird es auch für sehbehinderte Fahrgäste. Bodenplatten mit Rillen sollen ihnen die Orientierung erleichtern und zu Lautsprechern leiten, wo sie auf Knopfdruck abhören können, was auf den Anzeigetafeln zu lesen steht: Welche Bahn fährt als nächstes ein? Nicht von ungefähr, wurde der Umbau mit 2,2 Millionen Euro öffentlich gefördert. Die Platten werden erst noch verlegt. Auch nach Betriebsaufnahme haben die Handwerker noch zu tun. Gearbeitet werde nach Betriebsschluss.

Dann wäre da noch die Optik, bei der auch Psychologie eine Rolle spielt. „Ein U-Bahnhof ist kein Raum, an dem man sich lange aufhalten will“, weiß Bertram Gröpper. Die Evag will ihren Fahrgästen das Warten deshalb möglichst angenehm machen – durch Farben und Licht. Architekt Georg Ruhnau hat eine Art Segel unters Dach gehängt mit 80 LED-Lichtern und einem Leuchtband am Rand. „Wir sparen 50 Prozent an Energie“, unterstreicht Kai Babohn vom Immobilienmanagement der Evag. Mit den Farben lässt sich spielen. Das Band wird abwechselnd blau und weiß leuchten. Rot und weiß geht aber auch.

 
 

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