Stiftung Zollverein läutet das Frühjahr ein

Mareille Landau
Foto: Frank Vinken | dwb
Die Stiftung Zollverein setzte am Dienstag den Startschuss zum Frühjahrsprogramm, das vielfältige Angebote für Familien und aktive Kulturliebhaber bereit hält. Anmeldungen zu den Outdoor-Führungen sind ab sofort möglich.

Essen. Soccer-Golf, Vollmond-Führungen, Fotorundgänge und Kinder-Spurensuche. Zu Beginn der warmen Jahreszeit ist die Stiftung Zollverein mit gewohnt vielfältigem Programm in die Frühjahrssaison gestartet. Von April bis Oktober bietet das Unesco-Welterbe wieder Raum für sportliche, spielerische und vor allem kulturelle Freizeitgestaltung. „Erweitert haben wir vor allem die Familienangebote“, erklärt Ute Durchholz von der Stiftung Zollverein. Denn hier sei die Nachfrage stark gestiegen. „Wir haben beobachtet, dass die Familien am liebsten etwas gemeinsam unternehmen und sich weniger von separaten Angeboten für Erwachsene und Kinder angesprochen fühlen.“

Die beliebte „Familienschicht“ findet an Sonn- und Feiertagen wie gewohnt um 11 Uhr und zusätzlich um 13 Uhr statt. Darüber hinaus gibt es in den NRW-Oster- und Sommerferien an jedem Montag Extra-Termine für die Familienführungen „Die Kokerei für Groß und Klein“ und die „Familienschicht“. Auf die „Spurensuche auf der Kokerei“ können sich junge Entdecker in Begleitung eines Gästeführers begeben und lernen, was im „größten Toaster der Welt“ passierte. Zurück zu den Anfängen der Zeche Zollverein und in die Pioniertage im Ruhrgebiet geht es bei der Führung „Haniel und Krupp“.

Spurensuche und Vollmondtour

Mit der Kamera geht es auf dem Denkmalpfad Zollverein fernab der normalen Wege. Hier können Foto-Fans bei den Führungen „Zeche fotogen“ oder „Kokerei fotogen“ die Motiv-Vielfalt der ehemaligen Industrieanlage erleben.

Zeche und Kokerei von einer besonderen Seite zu präsentieren, verspricht die Führung „Vollmond auf Zollverein“, wenn Besucher auf dem Dach der Kokerei-Mischanlage bei einem Glas Sekt oder Selters den Panorama-Ausblick genießen können. Für Romantiker und Nachtaktive soll die Führung „Die Kokerei in anderem Licht“ ein Highlight sein: Ein Gästeführer begleitet Besucher durch die stillgelegte Kokerei, die sich nach Sonnenuntergang in ein Lichtkunstwerk verwandelt.

Spurensuche und Vollmondtour

Das Programm sei in den letzten Jahren sehr gut angenommen worden, erzählt Ute Durchholz. „Die Führungen sind immer rasend schnell ausverkauft, besonders die Foto- und die Vollmond-Führung“. Interessierte sollten sich also rechtzeitig anmelden. Das Unesco-Welterbe lasse sich aber nicht nur spielerisch, sondern auch sportlich erkunden: An der Revierrad-Station auf dem Schacht XII stehen verschiedene Fahrräder – vom Klassiker, dem 28-Zoll-„City-Bike“, über Kinderräder und Trailer-Bikes bis hin zu Liege- und Elektrorädern – zur Ausleihe bereit.

Gleich zwei Sportarten in einem gibt es wieder ab dem 12. April, wenn die Soccer-Golf-Saison beginnt. Samstags, sonntags und an Feiertagen sowie in den Ferien können sich die Teilnehmer beim Spiel unter freiem Himmel nicht nur vom Frühlingsbeginn auf Zollverein überzeugen, sondern auch das Gelände des Welterbes kennen lernen. Bei dem Aktiv-Mix wird der Ball durch einen Parcours von Toren quer über das Weltkulturerbe geschossen. In den letzten Jahren wurde die Saison dieser ungewöhnlichen Sportart erst immer Sommer eröffnet, in diesem Jahr können Ballsportler schon in den Osterferien loslegen.

Trend geht zur Aktiv-Kultur

„Der Trend geht klar dahin, aktiver zu werden“, beobachtet Ute Durchholz von der Stiftung Zollverein. „Die Besucher wollen gerne gekoppelte Angebote, bei denen sie eine Führung machen und danach das Gelände noch mit dem Fahrrad erkunden können, ein Picknick genießen oder im Sommer noch unser Werkschwimmbad besuchen können“, sagt Durchholz.

Wann die bei Fußgängern, Radfahrern und auch Inlinern beliebte Ringpromenade wieder durchgängig zu benutzen ist, sei noch unklar, erklärt Ute Durchholz. Derzeit ist der dreieinhalb Kilometer lange Weg rund um das Zechengelände aufgrund von Baumaßnahmen nur bis zum Westende begehbar, was für Besucher zunehmend zum Ärgernis geworden ist. Die Stiftung sucht jedoch nach einer Zwischenlösung, um den Rundweg wieder begehbar zu machen. „Denn die Baumaßnahmen werden sicherlich noch länger andauern“, erklärt Ute Durchholz.