Starke Kinder bleiben gelassen

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Freisenbruch..  „Du und ich, wir haben manchmal richtig großen Krach, manchmal werd‘ ich wütend oder fühle mich ganz schwach. Doch dass man sich mal streitet, ist normal und gar nicht schlimm, denn starke Kinder kriegen das ganz cool mit Fairness hin“ schallt es durch das Bürgerhaus Oststadt. Voller Inbrunst singen die Schülerinnen und Schüler der Schule im Bergmannsfeld und der Astrid-Lindgren-Schule bei „Starke Kinder bleiben cool“ mit. Aus der ersten Strophe geht unmittelbar hervor, dass hinter diesen Zeilen viel mehr steckt, als nur ein Lied.

Entstanden ist es nämlich im Rahmen von „Cool bleiben – Fair streiten“, einem Projekt von Jugendamt, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Studio-Bühne Essen und Bezirksvertretung VII, zur Förderung sozialen Verhaltens und der Konfliktkultur. Vier Wochen lang waren die Theaterpädagogen Sandra Busch, Thorsten Simon und Sarah Jäger, Dramaturgin an der Studio-Bühne, an zwölf Grund- und Förderschulen in Steele, Kray, Horst, Freisenbruch und Leithe in den zweiten Klassen unterwegs.

„Wir haben im Unterricht Streitszenen aus Freizeit und Schule vorgespielt, sie mit den Kindern gemeinsam reflektiert und sie Regeln zum Austragen von Konflikten erarbeiten lassen. Die Schüler haben als Streitexperten fungiert“, erklärt Sandra Busch das Prozedere, welches in jeder Klasse in einer Doppelstunde ablief.

Normen und Werte

Regeln wie, „wir tun uns nicht weh, wir beleidigen uns nicht, wir versuchen, uns wieder zu vertragen“, haben die Kinder aufgestellt. „Normen und Werte, die wir über die Plattform Schule beziehungsweise die Kinder auch in die Familien tragen können“, sind sich SkF-Geschäftsführer, Björn Enno Hermans, und Sozialdezernent Peter Renzel über die Weitsichtigkeit des Projekts „Cool bleiben – Fair streiten“ einig.

Bei den Kindern hat es jedenfalls schon viel Eindruck hinterlassen: Ihre aufgestellten Regeln können sie problemlos aufsagen, und auch ihre Lehrer haben positive Veränderungen in ihrem Verhalten festgestellt. „Über die Faszination am Theater, am Nah-Dran-Sein und Mitwirken haben wir die Schülerinnen und Schüler erreicht“, erklärt Sandra Busch.

Schimpfwörter sind verpönt

Über ihre Schützlinge weiß sie außerdem zu berichten, dass sie über das Fallen von Schimpfwörtern in den Spielszenen regelrecht entsetzt waren. Da sie sich aber während des Projektes gut benommen haben, werden sie beim Abschlussfest mit dem Stück „Freunde“ des Figurentheaters Hille Pupille belohnt.

Und sollten sie doch einmal in alte Verhaltensmuster zurückfallen, dann können sie ihr selbst erstelltes Regelwerk auf Plakaten, die in der Schule und zu Hause hängen, nachlesen.

 
 

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