Essen

Stadtwerke Essen wollen AfD-Video verbieten lassen - Maskottchen für Werbezwecke missbraucht?

Zufällig war auch unser Fotograf vor Ort, als die besagte Szene mit dem hochgestreckte Daumen gedreht wurde.
Zufällig war auch unser Fotograf vor Ort, als die besagte Szene mit dem hochgestreckte Daumen gedreht wurde.
Foto: Funke Foto Services
  • In eine Werbevideo drückt das Stadtwerke-Maskottchen der AfD die Daumen
  • Darf nicht sein, sagt das Unternehmen und will den Clip verbieten

Essen. Die Kamera dreht ihre Kreise um Stefan Keuter. Der Essener AfD-Kandidat spricht mit besorgten Bürgern, schüttelt Hände, reckt den Daumen in die Luft. Sechs Minuten lang. Ziemlich gewöhnlich, kurz vor der Wahl, ziemlich unspektakulär. Wäre da nicht am Ende dieses Rot-Blaue Zotteltier.

„Karlo“ das Maskottchen der Stadtwerke Essen, reckt an der Seite von Keuter ebenfalls den Daumen. Die AfD resümiert: sogar die Stadtwerke drücken uns für die Wahl die Daumen. Tun sie aber nicht. Stattdessen wollen sie das Video jetzt verbieten lassen, schreibt das städtische Unternehmen auf seiner Internetseite.

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„Die Stadtwerke Essen positionieren sich weder politisch, noch lassen wir uns als lokales Versorgungsunternehmen politisch instrumentalisieren“, heißt es da.

Doch wie kam es dann überhaupt zu den Filmaufnahmen am AfD-Stand? „Das Maskottchen Karlo der Stadtwerke Essen trat am vergangenen Wochenende auf dem Wottelfest in Heisingen auf“, erklärt das Unternehmen. Das hätte sich die AfD zu Nutze gemacht.

Der Darsteller des Maskottchens „Karlo“ sei gar nicht bewusst gewesen, dass er neben Stefan Keuter stand. Denn: Das Sichtfeld sei durch das Kostüm stark eingeschränkt. Damit „Karlo“ nicht durch die Gegend stolpert, hat er eigentlich immer einen Begleiter dabei. Dumm nur: der war gerade damit beschäftigt, Flyer zu verteilen.

AfD bezeichnet Protest als Unfug

„Als Darsteller und Begleiter sich der Situation gewahr wurden, haben beide am Stand der AfD darauf bestanden, das angefertigte Material zu löschen“, sagen die Stadtwerke. Die AfD hingegen veröffentlichte das Material in ihrem Werbefilmchen.

Doch davon wollen AfD und Stefan Keuter nichts gewusst haben: In der WAZ bezeichnet der AfD-Mann die Proteste gegen die Veröffentlichung als „Unfug“. Vielmehr hätten „Karlo“ und sein Begleiter Werbematerial der Partei eingesteckt. Und Gummibärchen noch dazu. (ds)

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