Sparkasse Essen schließt bis 2020 bis zu 14 Filialen

Auch die Zentrale der Sparkasse Essen bleibt vom Personalabbau nicht verschont: In den nächsten Jahren sollen etwa zehn Prozent der Stellen abgebaut werden.
Auch die Zentrale der Sparkasse Essen bleibt vom Personalabbau nicht verschont: In den nächsten Jahren sollen etwa zehn Prozent der Stellen abgebaut werden.
Foto: NRZ
  • Sparkasse Essen dünnt ihr Filialnetz in den kommenden Jahren aus
  • Sparkasse kündigte Altersteilzeit-Modelle und Abfindungen an. Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben
  • Zuerst sollen Filialen Klarastraße, Baumstraße, Huttrop und Kettwig vor der Brücke schließen

Essen.. Dauerhaft wegbrechende Erlöse und das veränderte Kundenverhalten zwingen jetzt auch die Sparkasse Essen dazu, dem Beispiel vieler Konkurrenten zu folgen und ihr Filialnetz spürbar auszudünnen: Bis zum Jahr 2020 sollen in vier Schritten stadtweit 14 der 49 Geschäftsstellen geschlossen und neun davon in Selbstbedienungs-Filialen umgewandelt werden. Mit diesem Schritt, der rund 50 Arbeitsplätze kostet, hofft man, den absehbaren Schwund beim Betriebsergebnis wenigstens zu einem nennenswerten Teil auffangen zu können.

Vorstandschef Volker Behr machte am Donnerstag deutlich, dass die Sparkasse sich in einer Zangenbewegung sieht: Einserseits macht dem Kreditinstitut die andauernde Niedrigzins-Phase zu schaffen, der Wettbewerbsdruck steigt, Erlöse schrumpfen. Andererseits erledigt ein wachsender Anteil der Kundschaft viele Bankgeschäfte mittlerweile auf digitalem Wege. Im Schnitt findet jeder Kunde nur noch einmal im Jahr den Weg in eine Geschäftsstelle.

Altersteilzeit-Modelle und Abfindungen

Das flächendeckende Netz trotz größerer Maschen dennoch aufrechtzuerhalten, hat die Sparkasse sich auf die Fahnen geschrieben. „Das gehört zu unserem genetischen Code“, so Behr. Auch nach den geplanten Einschnitten sei es für die meisten Kunden möglich, binnen fünf Autominuten eine Sparkassen-Filiale zu erreichen. Zudem soll die Service-Qualität in den verbleibenden 35 Filialen, die durch 43 SB-Standorte ergänzt werden, auf hohem Niveau bleiben. So werde man überall qualifiziertes Wertpapiergeschäft anbieten. Auch die Baufinanzierung sei weiterhin möglich, und Geschäftskunden fänden auch künftig Ansprechpartner vor Ort.

Die Belegschaft der Filialen wurde am Freitagmorgen in der „Lichtburg“ über die anstehenden Einschnitte informiert. Sie darf immerhin darauf vertrauen, dass die Sparkasse den anstehenden Personalabbau zunächst bis 2020 ohne betriebsbedingte Kündigungen abwickeln will. Altersteilzeit-Modelle werde es genauso geben wie Abfindungen.

Diese Filialen sollen schließen

Der Masterplan für das Filialnetz sieht drei Schritte vor: Innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen die Filialen Klarastraße, Baumstraße, Huttrop und Kettwig vor der Brücke schließen. Im darauffolgenden Jahr trifft es die Filialen Margarethenhöhe, Viehofer Platz und die beiden einzigen Haltagsgeschäftsstellen Isinger Feld sowie Bergmannsfeld. 2019 und 2020 sind dann die Filialen Vogelheim, Bäuminghausstraße und Frillendorf an der Reihe.

Die letzten drei Filialen, die vor dem Aus stehen, mochte die Sparkasse am Donnerstag noch nicht nennen, dazu seien „die Unwägbarkeiten noch zu groß“. So müsse man etwa für zusammengelegte Standorte noch nach neuen Immobilien Ausschau halten. Um Härtefälle für Senioren oder andere nicht so mobile Personen abzufedern, plant die Sparkasse, in wenigen Wochen einen Bargeld-Lieferservice einzuführen. Für eine Gebühr von fünf Euro bringt ein Mitarbeiter dann nach telefonischer Voranmeldung bis zu 1500 Euro ins Haus und nimmt den Überweisungsbeleg mit. (woki)

 

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