So bewerten unsere Leser die Fahrradwege in Essen

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Seit 17 Jahren ist Essen Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte“ in NRW. Die Stadt muss jetzt die Verlängerung der Mitgliedschaft für weitere sieben Jahre beantragen. Ist Essen fahrradfreundlich? Unser Aufruf hat viele Leser dazu animiert, uns ihre Erfahrungen zu berichten.

Essen. Die Stadt Essen tut zu wenig, um das Rad als Alltagsverkehrsmittel zu fördern. Sich mit fünf Prozent Fahrrad-Anteil an den zurückgelegten Wegen als „Europäische Umwelthauptstadt“ zu bewerben, ohne substantiellen Plan, diesen zu steigern, erscheint mir grotesk. Das beste, was wir tun können, damit Essen fahrradfreundlicher wird, ist: Rad zu fahren! Je mehr Leute Rad fahren, desto sicherer wird es, einfach, weil wir so viele sind. „Safety by numbers“ nennen das die Verkehrsforscher. Wir haben es also, ein Stückweit, auch selbst in der Hand. Björn Ahaus

Viele Hauptstraßen haben zumindest teilweise keine Radwege, zum Beispiel die Frohnhauser, Mülheimer, Steeler, Altenessener und Altendorfer Straße. Christoph Jörg

Bei Neubauprojekten wie dem Berthold-Beitz-Boulevard werden zwar angemessene Radfahrstreifen angelegt, aber das ist auch alles. Radfahrer, die nach links auf die Altendorfer Straße abbiegen wollen, müssen zweimal vor roten Ampeln warten und sich dazwischen den Platz auf einer engen Verkehrsinsel mit Fußgängern teilen. Nötig wären hier deutlich sichtbare, rote Fahrradspuren, damit auch Radler zügig vorankommen. Ulrich Mikloweit

Radweg an der Essener Straße ist lebensgefährlich

Die Hallostraße ist nicht sicher für Radfahrer. Radwege existieren hier gar nicht. Der Radweg an der Essener Straße zwischen Herzogstraße und Graf-Beust-Allee ist lebensgefährlich. Die Zufahrten zur Waschanlage und zum Polstergeschäft gehen über Fuß- und Radweg und die Autos kommen sehr zügig angefahren. Christian Hoffmann

Der teilweise neu errichtete Radweg auf der Vogelheimer Straße wird plötzlich vor der Kreuzung Gladbevker Straße beendet! Danach erschließt sich ein mehrere Meter breiter Bürgersteig bis zur Wollbeckstraße, und anschließend gibt es wieder einen erkennbaren Radweg. Solche Stückwerke sind in Essen mehrfach festzustellen. S. Schmidt

Einmal die Virchowstraße Richtung Haumannplatz fahren, auf dem Radweg die Hufelandstraße überqueren – und man findet sich in falscher Richtung in einer Einbahnstraße wieder. Wer überlebt, hat Glück. Ilona Vester

Essen hat nichts für Fahrradfahrer übrig

Als Borbecker habe ich die fahrradfreundliche Seite der Stadt kennengelernt. Ich fahre täglich und fast autofrei von Borbeck bis Horst zur Arbeit, zudem geht es schnell und zügig am Rhein-Herne-Kanal in Richtung Centro oder Katernberg. J. Hellmig

Ein sehr guter Bericht; es war überfällig, mal über dieses Thema zu schreiben. Essen hat absolut nichts für Radfahrer übrig. Schauen Sie sich mal die Radwege in München an, da zieht man weiße Streifen auf die Bürgersteige, so teuer kann das wohl nicht sein. W. Misch

Es gibt tolle Radwege. Doch innerstädtisch sind viele Stellen sehr gefährlich – zum Beispiel die Kreuzung B224/Frohnhauser Straße. Dort kommen die Radwege aus dem Nichts, dahin verschwinden sie auch wieder. Noch schlimmer ist es an der Fulerumer Straße, 700 Meter Radweg an den Neubauten. R. Meier

Ein riesiger Sprung nach vorne

Essen hat in den letzten Jahren einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Sicher gibt es noch viel zu tun, aber wer heute mit dem Rad täglich zur Arbeit fährt, hat gute Möglichkeiten, im gesamten Stadtgebiet einen fahrradfreundlichen Weg zu nehmen – auch, wenn dieser Weg sicher nicht immer die kürzeste Verbindung darstellt. Martin Sonnenschein

Einzelne Stadtteile sollten besser miteinander verbunden werden. Beispiel Vogelheim: Um von dort nach Altenessen-Mitte zu kommen, gibt es erst ab der Winkhausstraße einen richtigen Radweg. Die B224 in Richtung Stadtmitte ist überhaupt nicht befahrbar, das ist ein Selbstmordprogramm. Der Bürgersteig bietet sich zwar an, müsste aber für Radler und Fußgänger ausgeschildert werden. Insgesamt lässt eine unverständliche Ausschilderung der Radwege oft viele Wünsche offen. Hans-Dieter und Roswitha Grabowski

 
 

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