Ska-Band „The Frits“ feiert Abschiedskonzert auf Zollverein

Machen am Wochenende Party auf Zollverein: „The Frits“. Foto:OH
Machen am Wochenende Party auf Zollverein: „The Frits“. Foto:OH
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„The Frits“ gehören zu den Bands, die die Geschichte des Rock und Pop im Pott über Jahrzehnte mitgeschrieben haben. Jetzt feiern sie das große Finale

Essen.  Sag niemals nie: Den alten Bond-Titel sollte man im Ohr behalten, wenn „The Frits“ von Abschied sprechen. Am Samstag wollen sie die Konzertreihe zur Sonderausstellung „Rock und Pop im Pott“ auf der Zeche Zollverein mit einem Abschiedskonzert eröffnen. Vielleicht die letzte Gelegenheit, die „Ska“-Pioniere aus dem Pott in Aktion zu erleben, sagt Bassist Torsten Stickdorn. Aber das mit dem Band-Ende hat ja glücklicherweise schon einmal nicht geklappt.

Denn wie in jeder Combo, die irgendwann auseinandergeht, nachdem sie die Hallen über Jahre mit guten Songs und Leidenschaft beschallt hat, gab es auch bei dieser Ruhrgebiets-Band den einen sentimentalen Moment, an dem man plötzlich wieder alles vor Augen hat: die Spielfreude von damals, die Konzert-Erfolge und die Telefonnummern der alten Kumpels. „The Frits“ haben diesen Wiedererweckungs-Moment vor sieben Jahren erlebt. Etwas Alkohol war wohl mit im Spiel, aber vor allem auch die unerwartete Herausforderung, das Zeltfestival Ruhr mit einer Wiedervereinigung zu bereichern. Die war so erfolgreich, dass „The Frits“ gleich nachlegten. Bei „Bochum Total“ feierten 5500 Fans die Mannen mit ihrem kraftvollen Sound und den druckvollen Bläsersätzen. „The Frits“ war wieder da. Und als die Band Anfang Oktober bei den Ahnherren des Ska, der britischen Kapelle „Madness“, als Vorgruppe in Berlin und Bochum auftrat, da war der Ritterschlag perfekt.

Der alte Madness-Hit „One Step Beyond“ schallte Ende der 70er lautstark durch manches Jugendzimmer. Bei Frits-Gitarrist Stefan Westermeier war das nicht anders und die Ska-Musik auch ein Ausdruck des Lebensgefühls. „Der Style der ,Frits’ ist die Straße“, erklärt der 49-Jährige. So wie die britischen Vorbilder „Madness“ über Jungsein im Thatcher-England sangen, war man auch in Wattenscheid nah dran am Sound des Asphalts, druckvoll, treibend und bei allem Hang zur politischen Haltung immer ungemein tanzbar. Mit Songs wie „Little Idiots“ oder „Bonehead“ wurde schon damals musikalisch Position gegen Rechts bezogen. Songs mit Ewigkeitswert, die man gerade wieder frisch auf „The Greatest Frits“ gepresst hat.

Über 30 Jahre ist das nun her, dass aus den Amelandfreizeit-Kumpeln Frank, Rainer, Ingo und Thorsten, „The Frits“ wurden. Bald verstärkt durch den auch als Theatermusiker bekannten Bochumer Karsten Riedel und weitere Musiker. Fast zehn Jahre spielten sie auf großen Ska-Festivals, mit Band wie Bad Manners und den Selecters, sogar die Stars von „UB40“ haben die „Frits“ mal als deutschen Suppoert angefragt. Doch Mitte der 1990er war Schluss. Viele Bandmitglieder wendeten sich Beruf, Familie und anderen Projekten zu, bis 2009 die Wiedervereinigung kam.

Heute singen sogar Teenager wieder „Frits“-Texte mit. Der Ska ist nicht aus der Mode gekommen. „Die Szene ist noch riesig groß“, sagt Torsten Stickdorn und hofft am Samstag „auf eine richtig schöne Party“. Dass dabei ausreichend getanzt wird, ist für Stefan Westermeister keine Frage: „Wer zu Ska nicht tanzt oder wenigstens mitwippt, der ist entweder eingeschlafen, betrunken oder tot.“

 
 

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