Sicherungsverwahrung für 30-jährigen Schläger

Foto: Kerstin Kokoska
  • Neuer Raub wenige Monate nach der letzten Entlassung aus dem Gefängnis
  • Zahlreiche Vorstrafen wirkten sich im Strafmaß schärfend aus
  • Nach Haftverbüßung muss der 30-Jährige weiterhin auf die Freiheit warten

Essen. Ungläubig blickte er zur Seite, sackte danach in seinen Stuhl. Gerade hatte die VII. Strafkammer Sven G. (30) zu fünf Jahren Haft wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt und anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

Mit dieser Anordnung wird es schwer für den 30-Jährigen, nach den fünf Jahren im Gefängnis wieder in Freiheit zu kommen. Für das Gericht reichte jetzt ein vergleichsweise geringer Anlass, die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Aber wegen der zahlreichen Vorstrafen sah die VII. Kammer keine andere Möglichkeit.

Anfang des Jahres hatte Sven G. vergeblich versucht, bei einem anderen Mann Schulden aus illegalen Geschäften einzutreiben. Als ihm das nicht gelang, lockte er einen Freund des Schuldners unter einem Vorwand auf einen Supermarktparkplatz in Steele. Dort bat er diesen in sein Auto und schlug sofort zu. Mehrere Schläge mit der Faust trafen das Opfer im Gesicht.

Bankkarte erbeutet

Laut Urteil erbeutete Sven G. eine Bankkarte, 50 Euro Bargeld und ein Samsung-Handy. Auch die PIN-Nummer für die EC-Karte bekam er heraus: „Sag mir deine PIN oder du kriegst wieder was aufs Maul.“

Dann ließ er sich noch zur Wohnung des Opfers fahren, transportierte dort Fernseher, X-Box und Spiele ab. Das Opfer musste sogar beim Einladen helfen. Zwei Tage später hob Sven G. vom Konto des Mannes 400 Euro Bargeld ab.

Die Polizei kam schnell auf den Angeklagten. Denn das Opfer hatte ihn in der Bildergalerie der Polizei schnell erkannt: „Das ist der Sven aus Katernberg.“ zusätzliche Sicherheit brachten die Fotos am Geldautomaten.

Richter Nils Feldhaus begründete die Höhe der Strafe vor allem mit den Vorstrafen des Angeklagten. So sei es nur fünf Monate nach der letzten Tat zu der neuen Attacke gekommen. Sven G. ist kein kleines Kaliber. Schon als Heranwachsender bekam er eine Jugendstrafe in Höhe von drei Jahren und drei Monaten wegen schweren Raubes. 2009 verurteilte ihn das Landgericht Essen zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis wegen Raubes.

 
 

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