Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht

Die „Funbox Amalie“ an der Helenenstrasse ist ab sofort wegen „zu krasser Sicherheitsmängel“ geschlossen. Einrichtungsleiter Olaf Händel ist deshalb am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer vom Essener Sportbund, Wolfgang Rohrberg, entlassen worden. Foto: Oliver Müller
Die „Funbox Amalie“ an der Helenenstrasse ist ab sofort wegen „zu krasser Sicherheitsmängel“ geschlossen. Einrichtungsleiter Olaf Händel ist deshalb am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer vom Essener Sportbund, Wolfgang Rohrberg, entlassen worden. Foto: Oliver Müller
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Scharfe Kanten und waghalsige Konstruktionen – der Essener Sportbund (Espo) hat die Trendsport-Halle „Funbox Amalie“ geschlossen und den Einrichtungsleiter Olaf Händel entlassen. „Das war zu krass“, heißt es vom Espo.

Essen.. Der Essener Sportbund (Espo) hat die Trendsport-Halle „Funbox Amalie“ in der ehemaligen Zeche an der Helenenstraße in Altendorf wegen „erheblichen Sicherheitsmängeln“ an Rampen und Halfpipes geschlossen. Der Hallen-Leiter Olaf Händel ist deshalb am Mittwoch entlassen worden.

Ob die Türen für Skateboard-, Inline- und BMX-Fahrer jemals wieder geöffnet werden, ist „völlig offen“, sagt der Betreiber der Anlage, Espo-Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg und verteidigt die Schließung der Thyssen-Krupp-Immobilie: „Ich bin mir sehr sicher, dass dort Gefahr besteht. Ich bin heilfroh, dass sich noch kein Jugendlicher verletzt hat.“

Ob und in welchem Umfang Reparaturen an den im Januar von Jugendlichen umgebauten Rampen notwendig sind, will Rohrberg nun vom TÜV prüfen lassen. Das Engagement der Jugendlichen sei „gut gemeint“ gewesen. Er sei aber nicht amüsiert gewesen, als er die Halle betrat und „scharfe Kanten“ sah – und „nicht eingebaute Schutzbleche“. „Das war zu krass. So etwas kann ich als Verantwortlicher nicht akzeptieren.“

Zuschussgeschäft: 40 000 Euro jährlich

Es deutet sich ein vorzeitiges Ende des ambitionierten Projektes an, das eine „moderne Alternative“ zu kirchlichen Jugendzentren bieten sollte. Dass Ende 2011 Schluss sein sollte, das war sehr wahrscheinlich. Nun also noch eher?

2001 gab es rund 650 000 DM Fördergelder vom Land. Trotzdem war die Funbox von Anfang an ein Zuschussgeschäft. Bis zu 40 000 Euro seien jährlich geflossen, damit die wirtschaftlich nicht rentable, aber bei Jugendlichen beliebte Halle geöffnet bleiben konnte. „Wir haben in den zehn Jahren sehr viel probiert und das beste daraus gemacht“, sagt Rohrberg und betont, dass er an der Funbox hängen würde.

„Eltern hatten an der Sicherheit nichts zu beanstanden“

Olaf Händel war schon überrascht, dass er gestern entlassen wurde. Über die Umbaumaßnahmen der Jugendlichen an den Rampen – sie sollten höher und breiter werden – hätte Wolfgang Rohrberg auch aus der Presse erfahren können.

Nachdem die Jugendlichen die Rampen veränderten, seien in der Funbox auch Kindergeburtstage gefeiert worden. „Anwesende Eltern, die ja in der Regel verständlicherweise sehr besorgt sind, hatten nichts zu beanstanden und haben sich nicht beschwert“, berichtet der entlassene Hallen-Leiter Olaf Händel.

Vertrag mit der Thyssen-Krupp Real Estate läuft Ende 2011 aus

Ihm sei auch vorgehalten worden, dass er „eher ein Jugend-Sozialarbeiter“ gewesen wäre, sagt er. „In gewisser Weise gehört das auch dazu“, so Händel. Die Sicherheitsmängel könnten nun ein Fall für die Justiz werden. Händel zumindest hat seinen Anwalt bereits eingeschaltet.

Möglicherweise ist das Zuschussgeschäft „Funbox Amalie“ dem Sportbund nur noch ein lästiger „Klotz am Bein“ gewesen. Nur noch bis Ende des Jahres läuft der Vertrag zwischen dem Sportbund und dem Eigentümer Thyssen Krupp Real Estate.

 
 

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