Schüler malen für Flüchtlinge in der Hülsenruchstraße

Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Auf mehr als 15 Sprachen wird man begrüßt, wenn man die Flüchtlingsunterkunft an der Hülsenbruchstraße betritt – u.a. auf Arabisch und Albanisch.

Altenessen..  Auf mehr als 15 Sprachen wird man begrüßt, wenn man die Flüchtlingsunterkunft an der Hülsenbruchstraße betritt. An einer Wand steht „Willkommen“ u.a. auf Arabisch und Albanisch geschrieben. Verantwortlich dafür sind 18 Zwölftklässler aus den Kunstkursen der Gesamtschule Nord. In einer Projektwoche haben die Jugendlichen die Eingangshalle der ehemaligen Boecker-Zentrale aufgehübscht. Neben den Willkommensgrüßen können noch einige weitere Kunstwerke bestaunt werden. So wurde z.B. eine Friedenstaube mit der Erde im Hintergrund gemalt. Dieses Werk trägt den Titel „World Peace“. Die Themen Toleranz und Frieden finden sich in jedem der Malereien wieder. Auch die Bewohner des Heims wurden in die Arbeiten einbezogen. Die Flüchtlingskinder haben sich durch Handabdrücke an der Wand verewigt. Sogar die politischen Ansichten eines Schülers veränderten sich nach der Arbeit mit den Asylbewerbern. „Ich habe mich vorher gefragt, warum Deutschland so viele Flüchtlinge aufnimmt. Doch nachdem ich einige kennenlernen durfte, bin ich dafür, dass alle Geflohenen aufgenommen werden“, sagt Furkan Ibrahimbas. Der Rektor der Gesamtschule Nord, Wolfgang Erdmann, ist begeistert vom Engagement seiner Schüler. „Ihr habt toll zusammengearbeitet. Das Projekt im Flüchtlingsheim hat euch persönlich sehr vorangebracht“, lobte er die Jugendlichen. Während der künstlerischen Arbeit herrschte eine ausgelassene Stimmung. „Die Menschen freuten sich. Mit den Kindern haben wir gespielt und getanzt“, berichtet Schülerin Serpil Erkan. Die meisten Schüler der Gesamtschule Nord haben selbst einen Migrationshintergrund. Weil einige von ihnen arabisch sprechen, gab es kaum Verständigungsprobleme mit den Flüchtlingen. Betreut wird das Haus an der Hülsenbruchstraße von der Diakonie. „Wir haben eine soziale Verantwortung gegenüber den Geflüchteten. Nun dürfen wir nicht nur schöne Worte sprechen, sondern müssen auch Taten zeigen“, betont Wolfgang Erdmann. Die Freundlichkeit der Bewohner sei den Schülern sehr positiv aufgefallen: „Wir wollen auch in Zukunft Kontakt zu den Flüchtlingen halten“, sagt Serpil Erkan.

Zustande gekommen ist die Aktion durch eine Zusammenarbeit mit der Diakonie und Sozialarbeitern des Heims. Im August 2015 wurde die Übergangsunterkunft an der Hülsenbruchstraße eröffnet. 180 Asylbewerber aus 21 Nationen leben zurzeit in der ehemaligen Boecker-Zentrale.

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