Schrecklicher Verdacht: Mutter (59) umgebracht und verbrannt

Als die Feuerwehr am Einsatzort in der Straße Am Schlagbaum in Essen-Altenssen eintrifft, schlagen die Flammen bereits aus der Wohnung im zweiten Obergeschoss. Eine verkohlte Leiche wird zunächst übersehen.
Als die Feuerwehr am Einsatzort in der Straße Am Schlagbaum in Essen-Altenssen eintrifft, schlagen die Flammen bereits aus der Wohnung im zweiten Obergeschoss. Eine verkohlte Leiche wird zunächst übersehen.
Foto: KDF-TV & Picture
  • Wie die Frau in ihrer Wohnung in Altenessen getötet wurde, sagt die Polizei noch nicht
  • 19 Jahre alter Sohn sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft
  • Er provozierte nach der mutmaßlichen Tat einen Polizeieinsatz, wohl um sich töten zu lassen

Essen. Nach dem Fund einer verkohlten Leiche in einer Altenessener Wohnung steht ein schrecklicher Verdacht im Raum: Ein 19-Jähriger hat seine Mutter (59) umgebracht und ein Feuer gelegt. Das hat der junge Mann nach seiner Festnahme einer Mordkommission gestanden. Er sitzt bereits in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet auf Totschlag, sagt Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens.

Wie die Frau getötet worden ist, sagt die Polizei nicht

Wie die Frau getötet worden ist, sagt die Polizei nicht. Noch stehe die genaue Todesursache so wenig fest wie das mögliche Motiv für das mutmaßliche Kapitaldelikt. Die Leiche wurde noch nicht obduziert. Eine Mordkommission ermittelt die Hintergründe der Tat, die der Polizei zunächst ein Rätsel aufgegeben hat. Denn der Kriminalfall begann mehr als verworren.

Am Sonntagabend meldet sich der 19-Jährige auf der Leitstelle der Polizei. Sein Nachbar sei erschossen worden. Eine Beschreibung des angeblichen Täters liefert er gleich mit. Als die ersten Beamten am Ellernplatz in Altenessen-Süd in der Nähe der Wohnanschrift des Anrufers eintreffen, stoßen sie auf einen Mann, auf den die Beschreibung genau passt. Bei der Festnahme gibt ein Polizist einen Schuss ab.

Der Verdächtige wird überwältigt, aber nicht verletzt. Als sich herausstellt, dass es sich um den Anrufer handelt, wird der 19-Jährige nach Rücksprache mit einem Arzt und dem städtischen Ordnungsamt in eine Psychiatrie eingewiesen.

Einen Polizeieinsatz provoziert, um sich töten zu lassen

Die Gründe für die Unterbringung blieben zunächst offen. Auch über den Schuss aus der Polizei-Pistole schweigen sich die Behörden aus. Als wahrscheinlich gilt aber, dass der mutmaßliche Täter einen Polizeieinsatz auslöste, um sich töten zu lassen.

Allerdings dementiert Polizeisprecher Lars Lindemann Meldungen, wonach der junge Mann eine Waffe bei sich getragen haben soll: „Wir haben keine Hinweise auf eine Bewaffnung des 19-jährigen“, der nach seiner Festnahme in der Nacht zum Montag zum mutmaßlichen Mutter-Mörder wird.

Seine Schwester aus Norddeutschland meldet sich bei der Essener Polizei. Sie habe aus den Medien erfahren, dass es am späten Sonntagnachmittag in dem Haus ihrer Mutter an der Straße „Am Schlagbaum“ gebrannt habe. Sie könne sie nicht erreichen und mache sich nun Sorgen.

Einsatzkräfte haben menschliche Überreste offenbar übersehen

Die sind begründet: Als Kripobeamte wenig später die versiegelte Brandwohnung in der zweiten Etage des Hauses öffnen, finden sie die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche, deren Identität zumindest offiziell noch nicht eindeutig feststeht. Zunächst war selbst des Geschlecht nicht erkennbar. Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens geht aber davon aus, dass es sich um die Wohnungsinhaberin und damit um die Mutter des 19-Jährigen handelt.

Bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus gegen 17.36 Uhr am Sonntag hatte die Feuerwehr fünf Menschen und zwei Hunde retten können. Dass die Einsatzkräfte die menschlichen Überreste in der Brandwohnung offenbar übersehen haben, gilt als ein Indiz für die Zerstörungswut des Feuers, das möglicherweise mit einem Brandbeschleuniger gelegt worden ist. Als die Retter eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus den Fenster auf der Hausrückseite. Die Wohnung brannte komplett aus.

 
 

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