Schneller auf die Rheinische Bahn in Essen-Altendorf

Stadtplanerin Christiane Voigt erläutert den Umbau des Schulwegs an der Bockmühle. Die Schüler finden es zumindest interessant.
Stadtplanerin Christiane Voigt erläutert den Umbau des Schulwegs an der Bockmühle. Die Schüler finden es zumindest interessant.
Foto: FUNKE Foto Services
Unpraktisch ist für Fußgänger und Radfahrer die Kreuzung Altendorfer Straße/Schölerpad in Altendorf. Jetzt verbessert ein Pilotprojekt die Situation.

Essen-Altendorf. Die „Rheinische Bahn“, dieser Vorzeigeradweg, führt nur wenige Pedalumdrehungen entfernt von der Gesamtschule Bockmühle durch Altendorf. Doch für die Kinder (und Lehrer!) ist die Fahrradtrasse meilenweit entfernt. Denn sie müssen, um sie zu erreichen, erst die Altendorfer Straße, also die Bundesstraße 231, überqueren. Aber wer sich nur wenige Minuten Zeit nimmt, sich die Kreuzung Altendorfer Straße/Schölerpad genauer anzusehen, erkennt: Hier wurde für Kraftfahrer und Straßenbahn gebaut, aber nicht für Radfahrer und Fußgänger. Genau das möchte die „Kinderstiftung“ nun in einem Pilotprojekt ändern.

Es waren Schüler der 9. Jahrgangsstufe, die im Jahr 2014 gemeinsam mit ihrer Lehrerin Gerlinde Bosse Ideen entwickelten, um die Schule und Freizeitorte in der Umgebung gefahrlos erreichen zu können. Unterstützung fanden sie bei der Kinderstiftung Essen, die das Leitprojekt „Kinderweg“ ins Leben gerufen hat. „Damit sollen alternative Fortbewegungsmittel gefördert werden. Die Kinder sollen nicht mit dem Eltern-Taxi zur Schule fahren, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen“, sagt Christiane Voigt. Sie ist von Beruf Architektin und Stadtplanerin, gleichzeitig aber auch Kuratoriumsmitglied der Kinderstiftung.

Gehweg endet vor Buschgruppe

In dieser Funktion arbeitete sie nun – ehrenamtlich – gemeinsam mit den Schülern und Lehrerin ein Konzept aus für eine attraktivere und sicherere Verbindung zwischen Schule und Fahrradtrasse.

Knackpunkt: Die Kreuzung Altendorfer Straße/Schölerpad. Sie wird täglich von 17.000 Kraftfahrzeugen und zwei Straßenbahnlinien passiert. Doch Fußgänger und Radfahrer können die Bundesstraße nur auf einem einzigen, Ampel gesteuerten Überweg überqueren, und der ist auch noch 40 Meter entfernt vom Schulweg. Ratlos macht einen auch der Gehweg auf der Altendorfer Straße: Er endet abrupt vor einer Buschgruppe, so dass man erst durch die Grünanlage gehen muss, um zum Überweg zu gelangen.

Kein Wunder also, dass nicht nur Schüler den Umweg zur Ampel meiden und lieber schnurstracks geradeaus die Altendorfer Straße überqueren.

Zwei Stromkästen müssen versetzt werden

Mit dem Segen der Bezirksvertretung III, die darüber am Donnerstag, 16. Juni, berät, soll nun ein weiterer Überweg errichtet werden. Außerdem werden die Gehwege von derzeit knapp zwei Meter auf vier Meter verbreitert und eine neue Verbindung quer durch die Grünanlage am Schölerpad gebaut. „Dafür versetzen wir den Zaun, weg von der Straße und hinein in den Park“, erläutert Christiane Voigt. Allerdings wird dadurch der Spielplatz noch etwas kleiner. Von dort aus führt der Fuß- und Radweg dann durch die Sackgasse Schölerpad bis hinauf auf die Rheinische Bahn.

Die Baukosten betragen nach derzeitigem Stand rund 150.000 Euro, auch weil zwei Stromkästen versetzt werden müssen. Der größte Zuschuss (85 Prozent) fließt aus dem Topf „Förderrichtlinien Nahmobilität“, den Rest teilen sich Stiftung und Stadt.

 
 

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