Essen

Schnee-Chaos-Bilanz: 288 Unfälle in den Ruhrgebietsstädten, viele Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs

Schneechaos hält das Ruhrgebiet in Atem

Schnee und Glätte haben für Zug- und Busausfälle und kilometerlangen Stau gesorgt.

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Essen. Mittlerweile haben die Räumdienste die Schneemassen wieder in den Griff bekommen. Am Montag sah die Situation noch ganz anders aus: Glätte und Schnee legten in einigen Ruhrgebietsstädten den Verkehr komplett lahm.

So zählte die Polizei im Pott mehrere hundert witterungsbedingte Unfälle.

Essen und Mülheim

Spitzenreiter, was die Verkehrsunfälle, Gefahrenstellen und Behinderungen angeht, sind Essen und Mülheim. 109 Mal musste die Polizei ausrücken. In 79 Fällen kam es zu Sachschaden. Dabei verletzten sich vier Personen.

Besonders auffällig: Viele Autofahrer waren laut Polizei mit Sommerreifen unterwegs. Marco Ueberbach von der Polizei Essen: „Viele Autofahrer werden von dem plötzlichen Wintereinbruch überrascht. Sie schieben das Aufziehen von Winterreifen immer wieder auf.“

Besonders im Bereich der Autobahnzufahrten hatte sich der Verkehr im Essener Stadtgebiet immer wieder gestaut. Dies liegt auch daran, dass die meisten Fahrer vorsichtiger unterwegs sind. Stau sei nach Ueberbach somit vorprogrammiert.

Bochum, Witten und Herne

Ganze 37 Mal schepperte es im Zuständigkeitsbereich der Polizei Bochum. Dabei verletzten sich zwei Personen leicht in Bochum und Witten. Zu schwereren Unfällen sei es jedoch nicht gekommen, so eine Sprecherin der Polizei.

Duisburg

Besonders häufig krachte es in Duisburg. Hier kam es alleine am Montag zu 90 Verkehrsunfällen. Besonders schwer erwischte es einen Jungen, der auf einem Gehweg wegrutschte und gegen ein Auto fiel.

„Teilweise kam der Verkehr am Nachmittag komplett zu erliegen“, berichtet ein Polizeisprecher. Hinzu kommen 90 weitere Gefahrenstelle. So standen auf vielen Straßen Lkw quer oder blieben an Steigungen hängen.

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Oberhausen

„Wir hatten viele Unfälle“, bestätigt die Polizei Oberhausen. Im Verlauf des Montags krachte es 54 Mal. Dabei verletzten sich zwei Personen. Ein Rollerfahrer versuchte trotz Schneetreibens voranzukommen. Er rutschte weg und verletzte sich leicht.

Zu einem schlimmen Unfall mit gutem Ausgang kam es hingegen auf der Sterkrader Straße. Ein 11-Jähriger wollte an der Emschertalbahn die Straße überqueren, um den Bus zu erreichen. Ein 25-Jährige Autofahrerin sah den Jungen zu spät und fuhr ihn an.

Passanten eilten ihm direkt zu Hilfe und wärmten das Unfallopfer. Der Junge konnte nach einem Tag wieder aus der ambulanten Behandlung entlassen werden.

Gelsenkirchen

„Wir hatten jede Menge Einsätze“, sagt Torsten Sziesze von der Polizei Gelsenkirchen. Insgesamt zu 15 Mal mussten seine Kollegen auf Grund von Verkehrsunfällen ausrücken. Zwischenzeitlich versperrte sogar ein Linienbus eine Straße. Er hatte sich auf der glatten Straße gedreht.

 
 

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