Schenker will in Essen an der Kruppstraße neue Jobs schaffen

Janet Lindgens
Großer Umzug bei Schenker an der Kruppstraße in Essen. Das Unternehmen packt Kartons und zieht am Wochenende in die neue Zentrale.
Großer Umzug bei Schenker an der Kruppstraße in Essen. Das Unternehmen packt Kartons und zieht am Wochenende in die neue Zentrale.
Foto: WAZ
  • Schenker hat den Umzug in die neue Zentrale an der Kruppstraße abgeschlossen
  • Bislang war die DB-Tochter auf acht Standorte in Essen verteilt
  • Schenker beschäftigt am neuen Firmensitz derzeit 730 Mitarbeiter

Essen. Mit dem Umzug in die neue Zentrale an der Kruppstraße will das Logistikunternehmen Schenker perspektivisch auch mehr Arbeitsplätze in Essen schaffen. „Wir wollen wachsen, und zwar überproportional zum Markt. Zudem setzen wir auf eine stärkere zentrale Steuerung für unser globales Netz. Bei dieser Wachstums-Strategie liegt es nahe, dass wir uns in Zukunft mehr Personal hier in der neuen Zentrale vorstellen können“, sagte Vorstands-Chef Jochen Thewes im Interview mit dieser Zeitung.

Die Bahn-Tochter beschäftigt an ihrem neuen Essener Firmensitz derzeit 730 Mitarbeiter. Thewes’ Vorgänger Lieb hatte bis 2018 insgesamt 900 Arbeitsplätze für Essen angekündigt. Thewes wollte sich dagegen nicht mehr auf eine genaue Zahl festlegen. Es gehe trotz der Wachstumsziele auch darum, „sich möglichst schlank aufzustellen“.

Lohnniveau des Ruhrgebiets kommt Schenker entgegen

Schenker hatte sich 2013 nach einem zähen Ringen entschieden, seine neue Zentrale in Essen zu belassen und in ein neues Gebäude umzuziehen. Auch andere Städte hatten massiv um den Logistiker geworben. Vor allem Frankfurt am Main soll lange Zeit mit im Rennen gewesen sein. Thewes betonte, dass am Ende die Vorteile in Essen überwogen hätten. „Der Standort ist für uns aus mehreren Gründen interessant. Die Uni Duisburg-Essen ist eine der Top-Adressen für Logistikstudenten. Wir arbeiten intensiv mit den Universitäten der Region zusammen, weil wir immer einen hohen Bedarf an jungen Arbeitskräften haben“, sagte Thewes.

Er machte keinen Hehl daraus, dass Schenker dabei das Lohnniveau im Ruhrgebiet entgegenkommt. „Da sind Städte wie Frankfurt oder München deutlich teurer.“ Schließlich sei die Entscheidung auch deshalb zugunsten Essens ausgefallen, weil Schenker bei einem Umzug nach Frankfurt „viele gute Mitarbeiter verloren hätte. Wir brauchen ihr Fachwissen und ihre Erfahrung aber“, so Thewes.

Schenker war bislang auf acht Standorte in Essen verteilt

In den vergangenen Tagen hatte Schenker den Umzug in die Kruppstraße abgeschlossen. Bislang war das Unternehmen mit sieben Vorstandsbereichen und 40 Fachabteilungen auf acht Standorte im Stadtgebiet verteilt. Im neuen Haus sollen nicht nur die Wege kürzer werden, sondern auch die Kommunikation untereinander besser laufen.

Von seiner Essener Zentrale aus betreut Schenker die größten seiner insgesamt 700.000 Kunden weltweit. Daneben ist das Unternehmen in rund 130 Ländern mit Landesgesellschaften oder Partnern vertreten.

Thewes lobte das äußere Erscheinungsbild des neuen Firmengebäudes, das gut zum weltweiten Geschäft passe. „Es gefällt mir sehr gut. Es ist aufgebaut wie ein Netz, deshalb haben wir es auch The Grid genannt. Da wir von hier aus unser weltweites Logistik-Netz organisieren, finde ich das sehr passend für DB Schenker.“