Sauer-Orgel in Alter Kirche Altenessen bleibt länger stumm

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Nicht Ende diesen Jahres, sondern erst zu Ostern 2017 wird die Restaurierung der historischen Orgel beendet sein. Die Kosten steigen aber nicht.

Essen-Altenessen..  Ein halbes Jahr länger als erhofft müssen die evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap und die Musikfreunde auf die restaurierte Sauer-Orgel in der Alten Kirche warten. Voraussichtlich erst zu Ostern nächsten Jahres wird die romantische Orgel wieder erklingen.

Der Grund: Das österreichische Orgelbauunternehmen Rieger, das das Instrument seit April letzten Jahres restauriert, ist noch länger als geplant mit einem Großauftrag in Moskau gebunden.

Pfarrerin Ellen Kiener nimmt die Verzögerung gelassen. Schließlich weiß die Gemeinde schon lange, nämlich seit den 80er Jahren, dass sie die 1890 von Wilhelm Sauer erbaute Orgel irgendwann einmal restaurieren lassen muss.

Geplante Kosten steigen nicht

Denn von den ursprünglich so schönen, warmen Tönen war nicht mehr viel zu hören. Zuletzt waren nur noch etwa 75 Prozent der Originalsubstanz vorhanden, hatte Matthias Wagner, der Künstlerische Leiter bei Orgelbau Rieger, in einem Gutachten festgestellt.

Nach langen Diskussionen – schließlich geht es um eine Investition von 410 000 Euro – und einem Mehrheitsbeschluss wurden im vergangenen Jahr die Spezialisten aus Vorarlberg mit der Aufgabe betraut.

Und so wurden die meisten der 1000 Pfeifen ausgebaut und in die Werkstatt nach Schwarzach gebracht. „Seit dem Frühjahr 2015 hat sich nichts verändert. Auf der Empore steht ein potemkinsches Dorf“, beschreibt die Pfarrerin den mittlerweile nicht mehr ganz so ungewohnten Zustand.

Über die Verzögerung hat Orgelbau Rieger die Gemeinde und den Kirchbauverein jetzt informiert. Firmenchef Wendelin Eberle bittet um Verständnis, „weil sich ein großes Restaurierungsprojekt in Russland verzögert“. Die Rieger-Restaurationsabteilung sei mit sieben bis acht Leuten eben recht klein und in sich abgeschlossen. „Wir können sie nicht einfach hin- und herschieben“, sagt der Orgelbauer. Außerdem: „Es ist ja nur eine kurze Zeitspanne von wenigen Monaten.“

Für die Gemeinde ist wichtig, dass sich die eingeplanten Kosten von 410 000 Euro nicht erhöhen. Vom notwendigen Eigenanteil in Höhe von 140 000 Euro hat sie bisher knapp 60 000 Euro aufgebracht. „Bis zum Ende der Restaurierung haben wir das Geld nicht zusammen. Das wird einen langen Atem brauchen“, weiß Ulrike Bauza, Schatzmeisterin des Kirchbauvereins.

 
 

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