Essen

Samir B. streitet Tat ab: Hat er den Hammer vor Esra C. versteckt und ist abgehauen?

Samir B. wird von Polizisten in den Gerichtssaal gebracht.
Samir B. wird von Polizisten in den Gerichtssaal gebracht.
Foto: Volker Hartmann

Essen. Kurz vor Ende des Prozesses um die getötete Esra C. aus Gelsenkirchen hat der Angeklagte Samir B. ausgesagt. In einer über 20-seitigen Erklärung hat er den Tatvorwurf komplett abgestritten.

Samir B. soll seine Verlobte Esra C. nach einem handfesten Streit im Juli 2017 getötet haben. Danach sei er zu seinen Eltern gefahren, in einer Discothek in Mannheim feiern gewesen und anschließend nach Barcelona gereist. Dort wurde er von der Polizei festgenommen.

Doch der 35-Jährige streitet den Tatvorwurf vehement ab.

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Seiner Aussage nach haben sich die beiden - wie schon so oft - heftig gestritten. Esra sei dabei stets laut und aggressiv geworden, so auch diesmal.

Irgendwann habe sie einen Hammer genommen, der im Schlafzimmer lag und ihn nach dem Angeklagten geworfen. Daraufhin habe er sie angefahren und gefragt: „Hast du noch alle Tassen im Schrank?“.

Angefasst habe er sie allerdings nicht.

Samir B. habe den Hammer versteckt

Er habe den Hammer an sich genommen, sei aus dem Zimmer gegangen und habe die Tür geschlossen. Dann habe er den Hammer zwischen einigen Schuhen versteckt, so dass Esra nicht mehr daran kommt.

Samir B. hat in dem Moment den Entschluss gefasst, seine Verlobte heimlich am frühen Morgen zu verlassen, wenn sie schläft. Damit sie ihn nicht wieder überrede, bei ihm zu bleiben, behauptet er.

In der Nacht habe er sie nicht mehr gesehen, er habe im Wohnzimmer Drogen konsumiert und Alkohol getrunken und ist dann am frühen Morgen mit dem Auto zu seinen Eltern gefahren.

Er wollte Abstand zur Beziehung gewinnen

Nach Barcelona sei er gefahren, um „Abstand von der Beziehung zu bekommen“. Erst dort habe er am Montag, 31. Juli 2017, von seiner Schwester über das Internet erfahren, dass Esra tot ist und dass er dringend tatverdächtig sei.

Der Obduktionsbericht von Esra C., den der Vorsitzende Richter Jörg Schmitt vorlas, zeigt deutlich die schweren Verletzungen des Opfers auf. Und: Er zeigt auf, dass sie clean war in der Nacht, in der sie gestorben ist. Bis auf geringe Mengen Alkohol wurde nichts gefunden.

Laut dem Bericht ist die junge Mutter an massivem Blutverlust gestorben, der durch mehrere Stichwunden und Einschläge auf den Kopf hervorgerufen wurde.

Im Publikum blieb es ruhig

Nach der Hauptverhandlung hat eine Gutachterin den Angeklagten begutachtet. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen am nächsten Prozesstag vorgetragen werden.

Im Gegensatz zu vorherigen Prozesstagen bleib es dieses Mal relativ ruhig im Publikum. Zuvor war die Stimmung oftmals eskaliert, unter anderem hatten die Nebenklägerinnen eine Zeugin beschimpft, als diese eine negative Einschätzung über die Tote abgab.

Weiter geht es am 3. Mai.

 
 

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