Essen

Sami A. soll sich an Mieterin vergangen haben - Er behauptet: „Sie hat mir die Hose ausgezogen und meinen Penis berührt.“

Sami A. soll sich an einer jungen Frau vergangen haben.
Sami A. soll sich an einer jungen Frau vergangen haben.
Foto: Franziska Bombach
  • Sami A. soll sich an junger Frau bei einer Wohnungsbesichtigung vergangen haben
  • Er sagt, dass alles ganz anders war
  • Sie habe sich auf ihn gesetzt und angefleht, sie zu streicheln

Essen. Sami A. soll eine junge Frau bei der Besichtigung ihrer Wohnung sexuell genötigt, geschlagen und gedemütigt haben. Deswegen muss er sich seit Dienstag vor dem Essener Landgericht verantworten.

Eine Anklage, die jedem Wohnungssuchenden oder Vermieter das Blut in den Adern gefrieren lässt. Doch was ist wirklich dran an den Vorwürfen?

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Laut Anklageschrift soll der 34-Jährige die junge arabische Frau Salam A. im Mai 2017 in ihrem Schlafzimmer aufs Bett gedrückt, ihr das T-Shirt hochgerissen und als sie anfing zu schreien, ihr ein Kissen ins Gesicht gedrückt haben.

Als er das Kissen wegnahm, weil sie sich zu heftig wehrte, soll er sie ins Gesicht geschlagen haben, damit sie still ist. Dann soll er sie geküsst haben auf den Mund, den Hals, das Dekolleté. Er liebe sie und wolle sie heiraten, habe er zu ihr gesagt. Dann soll er sie gezwungen haben, ihr T-Shirt auszuziehen, habe ihre Brüste gestreichelt, die Hose ausgezogen, in einem Sessel onaniert und sie dabei die ganze Zeit angesehen haben.

Nach über fünf Stunden hat er die Wohnung verlassen

Das Opfer will zu ihm gesagt haben, dass er ein schlechter Mensch sei, daraufhin habe er aufgehört und anschließend - nach über fünf Stunden - die Wohnung verlassen.

Sami A. ist 2015 nach Deutschland gekommen. Zuvor hatte er ein Jahr in der Türkei gelebt, nachdem er aus Syrien geflüchtet war. Er ist verheiratet, hat drei Kinder. Er spricht kaum Deutsch, ein Dolmetscher übersetzt für ihn vor Gericht.

Seine Familie kam im Januar 2016 zu ihm nach Deutschland, gemeinsam lebten sie in einer Wohnung. Bis seine Frau ihn nach seiner Aussage im Mai 2017 aus der Wohnung geworfen habe. Ihr sei das Leben nicht mehr gut genug gewesen mit ihm, sagt Sami A..

Richterin Jürgensen reagiert zweifelnd

Seine Version der Ereignisse lässt die Vorsitzende Richterin Gabriele Jürgensen zwischenzeitlich sichtlich zweifelnd und wütend von ihren Papieren aufblicken.

Er habe mit dem Opfer bereits bei Facebook nicht nur über die Wohnung gesprochen, sondern auch über eine mögliche neue Beziehung. Denn er sei auf der Suche nach einer neuen Frau, nachdem sich seine Ehefrau von ihm getrennt hatte.

Das mutmaßliche Opfer und er hätten sich treffen wollen, deswegen kam er in die Wohnung von der mutmaßlich Geschädigten Salam A. Dort habe sie ihn ins Schlafzimmer geführt, er habe sie geküsst. Sie habe das nicht gewollt, deshalb habe er direkt von ihr abgelassen.

Junge Frau hätte sich auf ihn gesetzt

Sie hätten zusammen Tee getrunken. Im Wohnzimmer habe sich die junge Frau dann rittlings auf seinen Schoß gesetzt, ihr T-Shirt hochgezogen und ihn nahezu angebettelt, ihre Brüste anzufassen und zu streicheln. Dann habe sie ihm die Hose ausgezogen und mit ihrer Hand den Penis des Angeklagten stimuliert.

Er habe gesagt, dass er keinen Sex wolle und sich die Hose wieder hochgezogen. Daraufhin habe sie ihn gebeten noch nicht zu gehen, sodass sie noch ein wenig plaudern könnten. Als er dann irgendwann doch habe gehen wollen, hätte Salam A. ihn gefragt, ob sie die Polizei rufen solle.

„Das ist mir absolut unverständlich, warum die Frau Sie das fragen sollte? Das macht absolut keinen Sinn“, ruft Richterin Jürgensen dazwischen und schaut den Angeklagten verständnislos an.

Salam A. sei in dem Punkt nicht ganz normal

Dieser bestätigt die Geschichte erneut und sagt noch dazu: „Die Frau ist in dem Punkt nicht ganz normal.“

Warum er bei der Polizei allerdings eine ganz andere Aussage gemacht hatte, die der Version des Opfers deutlich näher kommt, kann er sich kaum erklären. Nur, dass er so etwas nicht gewohnt sei und überrascht war, plötzlich in Untersuchungshaft zu sitzen.

Ebensowenig konnte er erklären, warum das Opfer blaue Flecken am Körper (unter anderem im Gesicht), sowie Kratzer über den Körper verteilt hatte.

Aussage des Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Wie es für Sami A. jetzt weitergeht, ist noch unklar. Die Aussage des mutmaßlichen Opfers fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der nächste Prozesstermin ist am 5. Dezember.

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