S-Bahnhof mit Wasser-Anschluss

Der S-Bahnhof Kettwig soll eine Tunnelverbindung ans Ruhrufer bekommen. Foto: Maren Winterfeld
Der S-Bahnhof Kettwig soll eine Tunnelverbindung ans Ruhrufer bekommen. Foto: Maren Winterfeld
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. Die Bahn saniert im kommenden Jahr die S-Bahnhöfe Kettwig, Werden und Stadtwald entlang der S6. Bei dieser Gelegenheit will die Stadt die Weichen stellen für den seit Jahrzehnten geplanten Tunnel zum Ruhr-Wanderweg.

Der Plan überzeugt sofort: Eine Direktverbindung zwischen dem Bahnhof an der Ruhrtalstraße und dem Rad- und Wanderweg entlang der Ruhr macht den Kettwiger Haltepunkt hoch attraktiv als Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren entlang der Ruhr. Derzeit nutzen Touristen, eher der Not gehorchend, die Haltepunkte Hügel und Werden.

Der Plan ist nicht neu: Seit den 80er Jahren wird er diskutiert; vor allem die ehemalige Kettwiger SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Becker-Inglau hatte sich in ihrer Amtszeit von 1987 bis 2002 für den „Ruhr-Tunnel“ eingesetzt. Die Diskussion um Nutzen und Kosten kam aber ins Stocken, als Bahn und Stadt über Jahre die Idee diskutierten, den Kettwiger Haltepunkt an die Güterstraße zu verlegen.

Jetzt wird der Plan konkret. Die Stadtplaner werden die Bezirksvertreter am 31. Mai über den Stand der Dinge unterrichten. Die Grundidee: Wenn die Bahn ohnehin die Unterführung saniert, schafft die Stadt die statischen Voraussetzungen für „eine spätere Öffnung des Tunnels in Richtung Ruhrufer“. Dafür müsste der Tunnel nach Angaben der Stadt nur um sechs Meter verlängert werden, um unter den Gleisen durch- und am Ostende der Tennisanlage anzukommen. Dahinter will die Stadt dann einen Fußweg bis zum bestehenden Ruhr-Wanderweg anschließen.

Der Plan scheint bezahlbar, trotz der klammen Haushaltslage der Stadt. Denn der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) findet den Plan ebenfalls gut, weil er die Attraktivität der S-Bahnlinie erhöht, und hat schon signalisiert, dafür Geld in die Hand nehmen zu wollen, sagt Jeanette Kern, beim Verwaltungsmarketing im Rathaus zuständig für die „Zukunftsbaustellen“. Mit diesem Wohlwollen im Rücken strickt das Amt für Stadterneuerung derzeit an einem Förderantrag an den VRR, der 85 Prozent der geschätzten Kosten in einer Größenordnung von einer halben Million Euro übernehmen soll.

Der Plan ist aber erst die zweite Ausbaustufe für den Bahnhof. Die erste kommt nächstes Jahr. Der Bahnhof bekommt neben der Unterführung auch eine Dachsanierung. Vielleicht noch wichtiger für die Bahnkunden ist der Neubau von zwei Aufzügen sowie die Anhebung des Mittelbahnsteiges, so dass Radler, Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen stufenlos in die S-Bahn kommen. Außerdem sollen Bänke, Beleuchtung, Anzeigen und Lautsprecher erneuert werden. Im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen gibt es um das Geld keinen Streit zwischen Bahn und Land. Die Bahnhöfe Kettwig, Werden und Stadtwald sind Bestandteil der Ende 2008 vertraglich besiegelten „Modernisierungsoffensive 2“.

Für den dritten Teil der Modernisierungsoffensive will die Stadt den Haltepunkt Kettwig Stausee zur Sanierung vorschlagen. Frühestmöglicher Termin: 2017.

 
 

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