RWE-Versammlung nur kurz blockiert

Während die Demonstranten, die ein Protestcamp aufgeschlagen hatten, versuchten, die Besucher der Versammlung daran zu hindern, in die Räumlichkeiten zu gelangen, sicherten Polizei und Sicherheitsdienst deren Weg.
Während die Demonstranten, die ein Protestcamp aufgeschlagen hatten, versuchten, die Besucher der Versammlung daran zu hindern, in die Räumlichkeiten zu gelangen, sicherten Polizei und Sicherheitsdienst deren Weg.
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Die Demonstration zur Hauptversammlung der RWE-Aktionäre endet für 10 Teilnehmer in Handschellen. Einige von ihnen hatten versucht, den Zugang zum Veranstaltungszelt zu blockieren.

Beim Anblick der vielen Einsatzfahrzeuge vor der Messe meinte so mancher, die Polizei schicke ihre Beamten wohl zum Training auf die Fitness-Messe Fibo. Wären da nicht die rund 150 Demonstranten und das Zelt mit der Aufschrift „RWE Hauptversammlung“ gewesen.

2011 blockierte Aktivisten Zugang zum Veranstaltungszelt

Nachdem es den Aktivisten der Kampagne „RWE unplugged“ 2011 gelungen war, den Zugang zum Veranstaltungszelt des Aktionärstreffen zu blockieren, zeigte die Polizei, dass es ihr allerdings an Fitness nicht mangelt: Der Weg vom U-Bahnhof zum RWE-Zelt wurde durch Polizeiketten freigehalten, zusätzliche Absperrungen sollten den Aktionären einen ungestörten Zugang garantieren.

Ganz verhindert werden konnte ein erneuter Blockadeversuch allerdings nicht. Gegen 9.15 Uhr durchbrachen mehrere Demonstranten die Ketten und legten sich den Aktionären in den Weg. Nach wenigen Minuten hatten die Beamten das Geschehen wieder unter Kontrolle, lösten die Blockade auf und setzten insgesamt zehn Aktivisten kurzzeitig fest. Laut Organisatoren wurde ein Demonstrant dabei am Auge verletzt. Auf die Festgenommen wartet nun eine Anzeige, unter anderem wegen Verstoßes gegen die Versammlungsfreiheit.

Kopfschütteln bei Forderung nach Umstieg auf Ökostrom

Von den 4000 angereisten Aktionären setzte ein Großteil beim Gang ins Zelt einen Tunnelblick auf und versuchte, die Spruchbänder und RWE-kritische Schlachtrufe zu ignorieren. Manche schüttelten den Kopf angesichts der Forderungen nach einem kompletten Umstieg auf Ökostrom. „Nur mit grünem Strom geht es nicht“, sagte einer.

RWE produziere aber fast ausschließlich Kraftwerksstrom, entgegnete eine Aktivisten. Nur wenige ließen sich auf eine solche Diskussion mit den Demonstranten ein, zu denen auch Bürgermeister Rolf Fliß (Grüne) und NRW-Spitzenkandidatin Katharina Schwabedissen (Die Linken) gehörten.

Am frühen Mittag, nachdem die Versammlung längst lief, beenden die Demonstranten den Protest. Die Polizei zog ein positives Fazit: bis auf den morgendlichen Blockadeversuch sei die Demonstration friedlich verlaufen. Die Aktionärsversammlung konnte, anders als noch im Vorjahr, pünktlich beginnen.

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