RWE unterstützt Spendenaktion - Ermittlungen der Bundespolizei zu Skandal-Plakat dauern an

So sollte es aussehen. Fans von Rot-Weiss Essen feuern ihren Verein an.
So sollte es aussehen. Fans von Rot-Weiss Essen feuern ihren Verein an.
Foto: WAZ FotoPool
Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen unterstützt eine Spendenaktion, bei der für die Hinterbliebenen eines bei einem Hubschrauberunglück in Berlin tödlich verunglückten Bundespolizisten gesammelt wird. Ende März hatten RWE-„Fans“ mit einem Plakat die Opfer verhöhnt. Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an.

Essen. Der Vorfall hatte hohe Wellen geschlagen: Mit einem skandalösen Plakat sollen „Fans“ von Rot-Weiss Essen Ende März beim Auswärtsspiel in Köln die Opfer eines Hubschrauberunglücks in Berlin verhöhnt haben. Der Verein unterstützt jetzt eine Spendenaktion der Bundespolizei, bei der für die Hinterbliebenen des bei dem Unfall getöteten Piloten gesammelt wird. Der ums Leben gekommene Bundespolizist hinterließ vier Kinder.

In einer Erklärung des Vereins heißt es: „Besonders durch das pietätlose Banner im Gästefanblock gegen den 1. FC Köln II sieht RWE sich in der Verantwortung, mit diesem Spendenaufruf noch einmal auf die Tragik des tödlichen Unfalls und dessen Folgen aufmerksam zu machen.“ Mitglieder und Fans des Vereins sollten sich mit Spenden beteiligen. Der Vorfall selbst bleibe aber auch mit der Beteiligung an der Spendenaktion „unentschuldbar“, sagt RWE-Sprecher Tim Dodt: „Die Entrüstung dominiert im Verein noch immer.“

„Noch mindestens vier Wochen“

Die Ermittlungen der Bundespolizei rund um das Zeigen des Skandal-Plakats dauern an. Wegen Beleidigung und wegen der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener hatte deren Präsident Strafantrag gestellt. Derzeit liefen sowohl Zeugen- wie auch Beschuldigten-Vernehmungen, sagt Sprecher Volker Stall von der Bundespolizeiinspektion Dortmund. Stall rechnet damit, dass es „noch mindestens vier Wochen“ dauert, bis Ergebnisse vorliegen. Näher möchte sich der Sprecher mit Verweis auf das laufende Verfahren derzeit nicht äußern. Wenn die Bundespolizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat, werden die Akten der zuständigen Staatsanwaltschaft Köln übergeben. Die entscheidet dann, ob Anklage erhoben wird.

 
 

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