"Ruhrsonanz" – ein Chor für alle Welt

Chorleiterin mit Lust auf internationale Klänge: Corinna Müller-Goldkuhle.
Chorleiterin mit Lust auf internationale Klänge: Corinna Müller-Goldkuhle.
Foto: Knut Vahlensieck
Der neue, in Essen gegründete Ruhrgebiets-Chor "Ruhrsonanz" will mit internationalem Repertoire auftreten. Gesungen werden auch türkische, chinesische und afrikanische Lieder.

Essen.. Es gibt Männer- und Frauenchöre, Kammer- und Kinderchöre, Gospel- und Kirchenchöre. Einen Chor, wie Regina Müller-Goldkuhle ihn mit Gleichgesinnten plant, den gibt es in Essen noch nicht. „Ruhrsonanz“ heißt das Projekt und es klingt wie eine schöne, späte, integrative Zugabe zum Kulturhauptstadtjahr.

Ein Verein, der den Reichtum der Musik mit der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebiets in Einklang bringen will. Denn gesucht werden Menschen unterschiedlicher Nationen, die Lust mitbringen, auch mal in fremde Notenhefte zu schauen – um vielleicht nicht nur die Lieder von Asien bis Afrika besser kennenzulernen. Begegnung ohne Folklore.

Erfahrungen aus dem Weltjugendchor

„Sing with us“, „Vamos cantar juntos!“ und „bernyanyi dengan kami“! lautet also die internationale Aufforderung, mit der Regina Müller-Goldkuhle derzeit um Teilnehmer wirbt. Wem das nicht babylonisch vorkommt, der ist richtig in diesem Chor, der schon eine Halb-Perserin und einen Halb-Argentinier zu seinen Mitgliedern zählt. Andere Nationen sollen folgen.

Ihre ersten eigenen Erfahrungen mit der internationalen Chormusik hat die 40-jährige Lehrerin bereits Ende der 1990er Jahre als Teilnehmerin des Weltjugendchores gesammelt. In Schweden und Japan ist sie damals mit Gleichgesinnten aus aller Welt aufgetreten. „Danach kommt man sich ein bisschen begrenzt vor“, findet Regina Müller-Goldkuhle, wenn man wieder einmal die Matthäus-Passion oder zur Abwechslung einen Gospel-Song auf die Probenpläne setzt.

Gesungen wird in Originalsprachen

Bei „Ruhrsonanz“ soll die Vielfalt Programm sein. Schon das erste Werkstattkonzert, das für den 26. Oktober geplant ist, klingt wie eine musikalische Weltreise bei Nacht. Da wird Rheinbergers „Abendlied“ ebenso erklingen wie ein estnisches Wiegenlied von Arvo Pärt, ein türkisches Schlaflied oder „Der Mond scheint hell“ aus China. „Und guten Abend, gute Nacht“ in möglichst vielen Sprache“, plant Corinna Müller-Goldkuhle.

Gesungen wird das natürlich in der jeweiligen Originalsprache. Zur Hilfe gerufene Muttersprachler und eigens aufgenommene Übungs-CDs sollen den Sängern bei der korrekten Aussprache helfen. Ruhrsonanz setzt dabei nicht nur auf Offenheit, sondern auch auf ein bisschen heimischen Übungsfleiß. Geprobt wird nämlich nicht wöchentlich, sondern kompakt an Wochenenden, um auch Menschen außerhalb von Essen die Chance zum Mitsingen zu geben „Am Schönsten wäre es, wenn sich die Sänger am Ende gegenseitig die Lieder ihrer Heimat vorstellen könnten, da wollen wir hin“, hofft Müller-Goldkuhle.

 
 

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