Ruhrmuseum und Kinemathek zeigen alte Krupp-Filme

Bild aus dem Film "Die Krupp-Werke in Essen " Kinematographische Abteilung der Fried.Krupp A.G. um 1918.
Bild aus dem Film "Die Krupp-Werke in Essen " Kinematographische Abteilung der Fried.Krupp A.G. um 1918.
Foto: WAZ FotoPool
Anlässlich der Krupp-Ausstellung veranstaltet das Ruhrmuseum sieben Kinoabende. Auf Zollverein und in der Lichtburg. Gezeigt werden Filme, die bisher selten oder nie zu sehen waren. Für die Zusammenstellung der Filme ging Kinemathek-Chef Paul Hofmann auf weltweite Suche.

Essen.. Im Rahmen der Ausstellung „200 Jahre Krupp“ haben Ruhrmuseum und Kinemathek im Ruhrgebiet sieben Kinoabende auf Zollverein und in der Lichtburg mit Filmen von und über Krupp zusammen gestellt. „In dieser Fülle hat es das bisher nicht mal im Ansatz gegeben“, sagt Museumschef Heinrich Theodor Grütter. Denn gezeigt werden auch Filme, die bisher selten oder nie zu sehen waren.

Bei der Zusammenstellung der Reihe musste Kinemathek-Chef Paul Hofmann weltweit auf die Suche gehen. Zwar hat ihm die Krupp-Stiftung alle Archivtüren geöffnet: „Ich hatte freien Zugang zu allem, was auf dem Hügel verfügbar ist“. Doch für die Zeit vor 1945 war eben sehr wenig verfügbar: Die 1913 gegründete „Kinematographische Abteilung der Fried. Krupp AG“ hat, viel früher als andere Konzerne, die Möglichkeiten des Mediums Film erkannt und genutzt.

Filme verbrannten 1944

[kein Linktext vorhanden] Doch das riesige Magazin mit Zelluloidfilmen verbrannte 1944 nach einem Bombentreffer restlos. Die britischen Besatzer beschlagnahmten zudem 1945 das Archiv, das sie auf der Villa Hügel vorfanden. Im Bundesarchiv, im Imperial War Museum in London und in aller Welt hat Hofmann das Material für den ersten Abend am Donnerstag zusammen gesucht: Bilder aus dem Thomaswerk, vermutlich von 1916, von der Konsumanstalt 1926.

An diesem Abend wird auch mit einer Legende aufgeräumt: Nein, die Zeitlupe ist keine Krupp-Erfindung. Die Hochgeschwindigkeitsbilder, die Krupp etwa bei Tests im Geschützbau brauchte, lieferte eine Spezialkamera der Dresdner Firma Ernemann. „Die Technik gab es schon, aber Ernemann hat sie zur Einsatzreife gebracht“, sagt Hofmann. Auch das wird Donnerstag zu sehen sein.

Diskussion nach den Filmvorstellungen

Weitere Themenabende behandeln Krupp nach 1945, Krupp im Spielfilm am Beispiel von Viscontis Melodram „Die Verdammten“ von 1969, den Kampf um das Hüttenwerk Rheinhausen Ende der 80er Jahre, WDR-Dokumentationen aus den Jahren 1980 („Das Haus Krupp - ein Wirtschaftsmythos“) und 2003 („Der Krupp-Komplex“) sowie der teilweise in der Oberhausener Gutehoffnungshütte gedrehte Film „Der Herrscher“ von 1937 von „Jud Süß“-Regisseur Veit Harlan. An allen Abenden wird Paul Hofmann die Filme moderieren und über sie mit Gästen diskutieren.

 
 

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