Ruhrbischof nennt Proteste gegen Islamisierung „beschämend“

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck kritisiert die öffentlichen Proteste gegen eine „vermeintliche Überfremdung und Islamisierung“.
Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck kritisiert die öffentlichen Proteste gegen eine „vermeintliche Überfremdung und Islamisierung“.
Foto: Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto Services
Vor dem Hintergrund der Pegida-Demonstrationen kritisiert Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in seiner Weihnachtsbotschaft die öffentlichen Proteste.

Essen. In seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft kritisiert Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck vor dem Hintergrund der Pegida-Demonstrationen die öffentlichen Proteste, die sich gegen eine „vermeintliche Überfremdung und Islamisierung“ wenden. Der Ruhrbischof ruft zur vorbehaltlosen Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen auf.

„Das Boot ist lange noch nicht voll“, betont Overbeck mit Blick auf die öffentlichen Proteste und wählt klare Worte: „Es ist absurd zu behaupten, dass Justiz, Kultur und Politik hierzulande kurz vor einer Islamisierung stünden“, so Overbeck.

Rituale der Angst und Hetze seien „beschämend“

Diese Rituale der Angst und Hetze seien „beschämend“, wenn Millionen Menschen vor Terror und Unterdrückung fliehen müssten, ihren Besitz, ihre Familien und ihre Heimat verlieren.

„Wir sind eine integrationsfähige Gesellschaft, in der wir Christen helfen, Raum zu schaffen für Solidarität und für die Achtung der Würde aller Menschen“, betont Overbeck. Heimat sei eine globale Größe geworden. „Der Pass eines Menschen beschreibt nicht die Grenze unserer Gastfreundschaft“, so der Ruhrbischof. (we)