Essen

Er wurde nach Hass-Video entlassen – Ruhrbahn-Fahrer (27) aus Essen verstorben

Eine Tram der Ruhrbahn. (Symbolfoto)
Eine Tram der Ruhrbahn. (Symbolfoto)
Foto: imago/Gottfried Czepluch

Essen. Im August löste sein Hass-Video Empörung aus. Nun ist der Ruhrbahn-Fahrer (27) aus Essen, der sein Job wegen eines fremdenfeindlichen Videos verlor, tot.

Wie die Polizei gegenüber DER WESTEN bestätigte, wurde der Essener am vergangenen Freitagnachmittag tot aufgefunden. Letzte Untersuchungen stehen noch aus, die Polizei geht jedoch nicht von einer Fremdeinwirkung aus.

Ruhrbahn-Fahrer aus Essen tot: Keine Anzeichen auf Fremdeinwirkung

Der Mann hatte vor einigen Monaten in der Fahrerkabine seiner Straßenbahn ein Video aufgenommen – darin filmte er Bilder der Überwachungskamera der Tram ab, auf denen gerade eine Gruppe dunkelhäutiger Menschen in die Ruhrbahn einstieg.

Diese Szene kommentierte er mit dem Spruch: „Wie ich euch hasse!“ Anschließend stimmte er ein fremdenfeindliches Lied der rechtsextremistischen Band „Zillertaler Türkenjäger“ an (hier alle Details).

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Das Video verbreitete sich schnell im Netz, sorgte über die Stadtgrenzen Essens hinweg für Empörung.

Hass-Video aus der Fahrerkabine: Ruhrbahn kündigt Straßenbahn-Fahrer fristlos

Die Ruhrbahn reagierte sofort und kündigte dem Straßenbahn-Fahrer. „Wir haben eine Unternehmensethik und tolerieren in keinster Weise rassistische Beleidigungen gegen Fahrgäste“, begründete Ruhrbahn-Sprecherin Sylvia Neumann die Entlassung im Gespräch mit DER WESTEN. „Wir erwarten von unseren Mitarbeitern gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.“

Der Essener ging gerichtlich gegen die Entlassung vor – vergeblich. Auch die Polizei ermittelte gegen den 27-Jährigen.

Ob sein Tod im Zusammenhang mit den Vorfällen steht, ist nicht bekannt.

>>Anmerkung der Redaktion<<

Zum Schutz der betroffenen Familien berichten wir normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Das Thema wird inzwischen öffentlich diskutiert, deshalb haben wir uns in diesem besonderen Fall für die Berichterstattung entschieden.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

 
 

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