Ruhr-OBs halten fest an der Nahverkehrs-Allianz "Via"

Straßenbahnlinie 109 auf dem neuen Streckenabschnitt am Berthold-Beitz-Boulevard.
Straßenbahnlinie 109 auf dem neuen Streckenabschnitt am Berthold-Beitz-Boulevard.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Oberbürgermeister von Essen, Mülheim und Duisburg bekennen sich zum kriselnden Verkehrsbündnis "Via". Sie fordern sogar eine Weiterentwicklung.

Essen.. „Viva Via!“ – so euphorisch werden die drei Oberbürgermeister aus Essen, Mülheim und Duisburg nach ihrem Spitzentreffen über die Zukunft des gemeinsamen Verkehrsunternehmens Via zwar nicht gewesen sein, aber sie wollten auf jeden Fall mit einer klaren Botschaft die Runde verlassen.

Und die lautet: Es muss weiter gehen mit Via. Die Stadtspitzen forderten, dass das derzeit kriselnde Dreierbündnis konsequent seine Ziele umsetzen und sich weiterentwickeln muss. Ein deutliches Signal an die drei Verkehrsgesellschaften und an die Stadträte – mehr erstmal nicht. Es wurden weitere Gespräche verabredet – mit der Politik und den Betriebsräten.

Gemeinsame Stellungnahme mit 17 Zeilen

Zwei Stunden lang saßen die OB Reinhard Paß (Essen) Dagmar Mühlenfeld (Mülheim) und Sören Link (Duisburg) am Mittwoch im Mülheimer Rathaus mit der Via-Geschäftsführung zusammen. Es dauerte noch einen weiteren Tag, eine gemeinsame offizielle Stellungnahme herauszugeben – ganze 17 Zeilen.

Eine neue Strategie findet sich darin nicht, das war auch nicht zu erwarten. Wohl aber einige wesentliche Punkte, auf die es den drei Oberbürgermeistern ankommt. Es geht es ums Geld, um Arbeitsplätze und um den ÖPNV an sich. Die städteübergreifende Kooperation sei von „besonderer Bedeutung“ und „Stahlkraft“ für die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs, aber auch für die Entlastung der städtischen Haushalte sowie für die „nachhaltige Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse“, heißt es im Statement.

Mehr ÖPNV gewünscht

Via muss bis 2020 sein Ziel erreichen, jährlich 13,5 Millionen einzusparen. Im vergangenen Jahr kam gerade mal die Hälfte zusammen. Die gemeinsame Personalpolitik, die größere Synergieeffekte ermöglichen könnte, kommt nicht voran. Und die Chancen, zu dritt für einen besseren öffentlichen Nahverkehr zu sorgen, verringern sich deutlich angesichts der Diskussionen um mögliche Streichungen – etwa beim Straßenbahn-Verkehr in Mülheim.

Gewünscht ist aber mehr ÖPNV. Es müsse gelingen, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, so die Stadtspitzen. Ziel sei es, „dass die Bedürfnisse und die Nachfrage der Kunden nach einem pünktlichen, sauberen und sicheren ÖPNV zu Treibern von Entscheidungen werden.“ Via-Geschäftsführer Klaus-Peter Wandelenus fühlt sich nach dem Spitzengespräch ermuntert. Er glaubt, dass die Kooperation zu „weiteren Erfolgen“ führen wird. „Und sie bekommt allen drei Städten gut.“

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