Rüttenscheider Schwimmzentrum legt Aqua-Kurse auf Eis

Sammelten schon Unterschriften für den Erhalt ihrer Kurse im Rüttenscheider Schwimmzentrum: Die Teilnehmer der Aquafitness-Angebote.
Sammelten schon Unterschriften für den Erhalt ihrer Kurse im Rüttenscheider Schwimmzentrum: Die Teilnehmer der Aquafitness-Angebote.
Foto: Stefan Arend
Das letzte städtische Sportangebot im Rüttenscheider Bad steht wegen Personalmangels vor dem Aus.Und das, obwohl die Stadt 41 000 Euro damit verdient.

Essen-Rüttenscheid.  Das Kursangebot für Erwachsene im Rüttenscheider Schwimmzentrum wird wohl vorerst eingestellt: Nach Angaben der Stadt ist eine zu dünne Personaldecke die Ursache dafür, dass das letzte städtische Kurs-Angebot auf der Kippe steht – und damit auch eine zusätzliche Einnahmequelle trocken gelegt wird: Allein im vergangenen Jahr spülten Kurse wie Aquafitness und Aquajogging rund 41 000 Euro zusätzlich in die Stadtkasse.

Umso größer ist das Unverständnis bei den Kursteilnehmern. Nicole Preit etwa besucht seit zweieinhalb Jahren den Kurs „Aquapower“, schätzt die gute Atmosphäre, die fußläufige Nähe und die Freiheit, nicht an einen Verein gebunden zu sein. Wegen einer Wirbelsäulenerkrankung darf sie nur noch im Wasser Sport treiben. Noch bis Januar läuft ihr Kurs, danach ist erstmal Schluss – Nicole Preit kann das nicht verstehen: „Die Personalbegründung ist nicht nachvollziehbar. Im Sommer waren zwei Kursleiterinnen erkrankt. Da hatten wir auch alle Verständnis für den Ausfall der Kurse. Jetzt, wo eine Leiterin zurück ist und die andere vertreten wird, verstehen wir nicht, warum die Kurse vor dem Aus stehen.“

Fitnesskurse im Schwimmzentrum werden immer beliebter

Laut Jasmin Trilling vom Stadtpresseamt laufen aktuell die Beratungen bei den Sport- und Bäderbetrieben – nicht zuletzt auch, weil sich viele der mehr als 100 Kursteilnehmer im Rathaus über die Ungewissheit beschwert hatten.

„Die Haushaltslage macht es für die Stadt Essen noch immer schwierig, neues Personal einzustellen. Wir prüfen aber zurzeit alle Optionen“, schließt Jasmin Trilling auch eine Lösung über Honorarkräfte nicht aus. Davon wolle man aber eigentlich absehen, setze viel mehr auf langfristige Lösungen. In anderen städtischen Bädern haben längst der Essener Sportbund und Vereine die Kurse übernommen, lediglich in Rüttenscheid übernehmen die städtischen Angestellten Kurse wie Aquajogging und Aquafitness noch selbst.

Und das mit wachsendem Erfolg: Im Schnitt, schätzt Nicole Preit, ist jeder der 15 Kurse mit rund 20 Teilnehmern besetzt, freie Plätze seien meist binnen zwei Tagen ausgebucht. Mit einer Unterschriftensammlung wollen sich die Kursteilnehmer jetzt für den Erhalt ihres Schwimmsports einsetzen. „Es wäre ein großer Verlust für uns alle“, sagt Nicole Preit, „wenn dieses Sportangebot wegfällt.“

 
 

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