Bochum

Revier-SPD im Sinkflug: Bochumer Forscher erklärt, was die Genossen falsch gemacht haben

Bei der AfD war der Jubel nach der Wahl groß.
Bei der AfD war der Jubel nach der Wahl groß.
Foto: imago/Emmanuele Contini

Bochum. Deutschland ist nach rechts gerückt - auch das Revier. Ausgerechnet in der einstigen Herzkammer der Sozialdemokratie konnten die Rechtspopulisten von der AfD punkten. Die AfD holte teils sogar 15 Prozent - mehr als der Bundesschnitt. Woran liegt das? Und wie kann sich die alte Dame SPD im Revier wieder aufrappeln?

Wir haben mit David Gehne (46), Politikwissenschaftler an der Ruhr-Uni Bochum, über die Bundestagswahl im Ruhrgebiet gesprochen.

Überraschend findet er den Wahlausgang nicht. „Mit dem starken Ergebnis der AfD im Ruhrgebiet konnte man schon nach der Landtagswahl rechnen“, sagt Gehne. Auch das miese Abschneiden der SPD wundert ihn nicht. „Die SPD sind schon seit 1999 im Ruhrgebiet im Sinkflug. Die strukturelle Verbindung zwischen Sozialdemokratie und Ruhrgebiet gibt es nicht mehr.“

Doch nun ging es noch weiter runter - woran liegt das?

Nicht am Kandidaten, glaubt Gehne. „Ich kann nicht viel Falsches in dem sehen, was Martin Schulz im Wahlkampf probiert hat.“ Die SPD müsse inhaltliches Profil zurückgewinnen. „Das Thema soziale Gerechtigkeit war es jedenfalls nicht.“

Doch was dann?

„Das muss die SPD jetzt herausfinden und den Menschen zuhören Ich frage mich: Wann waren SPD-Politiker denn zuletzt in den Stadtteilen im Ruhrgebiet präsent, in denen die AfD jetzt so stark ist?“

Einfach werde das nicht: „Für linke Parteien ist es immer schwierig, die Angst vor Zuwanderung richtig aufzunehmen.“

Eine Aufarbeitung der schlechten Ergebnisse bei der Landtagswahl habe es nicht gegeben - das müsse nun dringend nachgeholt werden.

Die AfD hat es geschafft, viele Nichtwähler zurück an die Urnen zu bringen. Ist das gut oder schlecht?

„Das ist die Freiheit der Wahl. Es ist besser, wenn Menschen am politischen Prozess teilnehmen, als gar nicht zu wählen“, meint Gehne.

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