Rekord-Tief der RWE-Aktie verschärft Essens Finanzkrise

Trübe Aussichten für RWE – und die Stadt. Der Aktienkurs erfordert neue Wertkorrekturen zum Jahresende.
Trübe Aussichten für RWE – und die Stadt. Der Aktienkurs erfordert neue Wertkorrekturen zum Jahresende.
Foto: www.blossey.eu
Der bereits überschuldeten Stadt Essen droht ein neues Fiasko: Die Aktie des Energieriesen RWE ist auf ihren tiefsten Wert seit 25 Jahren gefallen.

Essen. Das schmerzhafte Finanz-Abenteuer mit Krediten in Schweizer Franken ist noch nicht ganz ausgestanden, da dräut bereits ein weiteres Fiasko für den Essener Haushalt am Horizont.

Denn die Aktie des heimischen Energieriesen RWE ist gestern auf einen Kurs von 15,76 Euro und damit auf den tiefsten Wert seit 25 Jahren gefallen – und mit ihm auch der Wert jener Anteile, die die Stadt Essen und ihre Verkehrs- und Versorgungs-Holding EVV halten.

Rund 186 Millionen Euro Eigenkapital könnten verloren gehen

Erst im März vergangenen Jahres hatte die Stadt ihre bis dato mit mehr als 75 Euro in den Büchern stehenden Anteile auf einen Wert von 26,61 Euro abgewertet und damit den Stand des städtischen Eigenkapitals über Nacht um 680 Millionen Euro verringert. Jetzt droht ein ähnlicher Schwund, wenn auch im Volumen leicht abgeschwächt, wie Stadtkämmerer Lars Martin Klieve gestern auf Anfrage bestätigte: Die Stadt, so Klieve, werde zum Jahresende ihren Wertpapier-Bestand auf den neuen niedrigeren Wert korrigieren: „Ich halte das um der Transparenz willen für die sauberste Lösung.“

Bliebe es bei einem Kurs um 16 Euro, müssten also zur Jahreswende rund 11,8 Millionen RWE-Aktien im städtischen Bestand und weitere 6,8 Millionen bei der EVV abgewertet werden. Bei einer Kurskorrektur von rund zehn Euro (durch den Rutsch von 26 auf 16 Euro) gingen der Stadt so rund 186 Millionen Euro an Eigenkapital verloren.

 
 

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