Red Dot Design Museum auf Zollverein versteigerte Ausstellungsstücke

Verena Kensbock
Sitzgelegenheiten für jeden Geschmack. Vor der Versteigerung durfte man die ausgewählten Objekte in Augenschein nehmen.Foto:Ulrich von Born
Sitzgelegenheiten für jeden Geschmack. Vor der Versteigerung durfte man die ausgewählten Objekte in Augenschein nehmen.Foto:Ulrich von Born
Foto: FUNKE Foto Services
Das Red Dot Design Museum auf Zollverein versteigerte seine eigenen Ausstellungsstücke: 130 Produkte wechselten für einen guten Zweck den Besitzer.

Essen. „Drei, zwei, eins - und die Teekanne geht an den Herren mit der Nummer 40.“ Stephan Altendeitering nimmt das Schild mit seiner Nummer wieder runter und blickt zufrieden. Er ist aus Bochum hergekommen, um bei der Auktion im Red Dot Design Museum mitzubieten. Nun darf er eine Designer-Teekanne für 22 Euro mit nach Hause nehmen - bereits die sechste in seiner Sammlung.

„Ich trinke eben gerne Tee“, sagt der 48-Jährige und lacht. Aber nicht nur deshalb ist er hier. „Das Schöne an den Produkten ist, dass sie praktisch und ansprechend zugleich sind.“ Und auch preislich lohne es sich. „Man zahlt hier weniger als im Laden“, sagt Altendeitering überzeugt.

Gut gefüllt sollte die Brieftasche trotzdem sein. Ob eine Musikanlage für 120, ein Wok für 65 oder ein geometrisch gestaltetes Sofa für über 300 Euro - unter den Hammer kommt alles mit besonderem Design. „Die Produkte wurden für den Red Dot Award eingereicht“, erklärt Marie-Christine Sassenberg. „Die Hersteller haben ihre Stücke extra für die Auktion freigegeben.“ Sassenberg organisiert die Veranstaltung nun schon im vierten Jahr. „Die Erlöse aus diesem und kommendem Jahr spenden wir an ein Kinderkrankenhaus.“

Nervenkitzel beim Mitbieten

Dass die Auktion am dritten Adventssonntag stattfindet, sei schon zur Tradition geworden. So auch für Stephan Altendeitering. Er ist zum zweiten Mal in Folge dabei und schlägt nun auch bei Kopfhörern für 26 Euro zu. Sein Limit von 100 Euro hat er damit erfolgreich eingehalten. Für ihn sei auch das Bieten an sich etwas Besonderes. „Es macht total Spaß. Und Nervenkitzel ist auf jeden Fall dabei.“

Für die Spannung sorgt auch Vito Orazhem, der die Schmuckstücke an seine neuen Besitzer bringt. Normalerweise ist er Geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums NRW. Heute geht er in seiner Rolle als Auktionator auf und wirkt mit seinem Elan auch auf die Käufer ansteckend.

So hat sich auch Kathryn Mayk zum Kauf hinreißen lassen. Sie hat einen Mörser für 48 Euro erstanden, der im Handel rund 100 kosten würde. „Mein Herz hat ganz schön geklopft, als ich mitgeboten habe“, sagt die gebürtige Amerikanerin lachend.

Sie sei Fan der Zeche Zollverein und wolle die Auktion mit einem Besuch im Museum verbinden. „Das Design der Produkte ist sehr interessant und die Auktion ist für eine gute Sache“, erklärt sie. „Außerdem kann man herausfinden, was neu ist auf dem Markt.“

Kathryn Mayk hat auf einige Möbelstücke ein Auge geworfen. Ob sie die noch nach Hause tragen muss, hängt aber vom Preis ab.