Essen

Essener Politiker erhält geschmacklose Hassbotschaft: Tausende solidarisieren sich mit ihm

Der Grünen-Politiker Ahmad Omeirat erhält immer häufiger Hassbotschaften wie diese.
Der Grünen-Politiker Ahmad Omeirat erhält immer häufiger Hassbotschaften wie diese.
Foto: Privat/ Fotomontage: DER WESTEN

Essen. Der Griff in den Briefkasten löst bei Ahmad Omeirat mittlerweile ein ungutes Gefühl aus. Regelmäßig bekommt er Hassbotschaften. Der Ratsherr entstammt einer kurdisch-arabischen Familie, sein Vater ist seit den 1990er-Jahren deutscher Staatsbürger.

An Omeirats Migrationshintergrund stoßen sich zahlreiche Menschen, wie sein aktueller Post bei Facebook zeigt. Dort präsentiert er einen Hassbrief, unterschrieben mit den Worten „Heil Hitler“.

Hassbriefe keine Seltenheit

„Ich frage mich - wenn ich diese Briefe lese - wer oder was hat diesen Menschen dazu gebracht, mich und meine ethnische Herkunft zu hassen?“, schreibt der Politiker in seinem Beitrag. Ihn macht es wütend, dass die Frage nie beantwortet werden wird. Weiter berichtet er bei Facebook: „Ab und zu bekomme ich solche Briefe: Ich habe bis heute nicht öffentlich darüber gesprochen. Aber ich denke, es wird Zeit darüber zu informieren.“ Doch diesmal macht er die Beleidigungen und Schmähungen öffentlich.

Sein Ziel: „Ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen.“ Mit Blick nach Chemnitz möchte er nicht Rechten die Stadt überlassen. Er will sich wehren.

So heißt es in dem Brief unter anderem: „Lieber Ahmad, du kleiner asozialer Kanacke, deine asoziale Brut gehört mit dir in die Heimat.“ Der Absender geht sogar so weit, dem 33-Jährigen zu drohen: „Wir kriegen dich, keiner wird dir helfen.“ Und weiter: „Nach der Wahl bist du dran.“

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Ahmad Omeirat bietet Angriffsfläche

Ahmad Omeirat sitzt seit 2014 für die Grünen im Rat. Ihm ist es ein Anliegen zu zeigen, dass nicht alle Libanesen kriminell sind. Er macht sich besonders für staatenlose Kurden aus dem Libanon stark, die nur in Essen geduldet sind. Dieses Schicksal teilen tausende Libanesen in Deutschland.

+++ „Die Libanesen werden in Essen seit Jahren verurteilt“ - Ahmad Omeirat ist vom pauschalen Hass genervt +++

Wegen seinem familiären und religiösen Hintergrund bietet er seit Jahren Angriffsfläche für Rechte. „Nie gab es eine politische Person mit libanesischen Hintergrund in der Essener Stadtgesellschaft“, erklärt er, warum sich der Hass gerade auf seine Person kanalisiert.

Doch, das betont Ahmad Omeirat auch: „Durch hässliche Menschen habe ich so viele schöne Menschen kennen gelernt.“ Über 1800 Menschen liken Omreiats Post, tausende teilen ihn. Einen Ausdruck der Solidarität, findet der 33-Jährige.

Eine Anzeige gegen Unbekannt hat er bereits gestellt. Viel Erfolg den Absender zu ermitteln, bestehe zwar nicht - aber Ahmad Omeirat zeigt sich weiter kämpferisch: „Ich werde mich von solchen Briefen nicht einschüchtern lassen!“

 
 

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