Randalierender Asylbewerber aus Essen sitzt in Abschiebehaft

Ende August demolierte der 23-Jährige neun Autos in der Essener Innenstadt mit einer Eisenstange.
Ende August demolierte der 23-Jährige neun Autos in der Essener Innenstadt mit einer Eisenstange.
Foto: privat
  • Asylbewerber aus Ghana (23), der mehrfach tobte, sitzt seit Dienstag in Abschiebehaft in Düren
  • Ordnungsdezernent Kromberg: „Erleichtert, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht“
  • OB Kufen hatte Kromberg beauftragt, alles rechtlich Mögliche für Abschiebung zu unternehmen

Essen. Der 23 Jahre alte Flüchtling, der die Essener Behörden seit Monaten in Atem hielt, sitzt seit Dienstagmorgen früh in Abschiebehaft in Düren. „Ich bin sehr erleichtert, dass von diesem Mann nun keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr ausgeht“, sagte Ordnungsdezernent Christian Kromberg.

Wie berichtet hatte der Ghanaer, der seit 2014 in Deutschland ist, mehrfach heftig in der Öffentlichkeit gewütet und im August und September jeweils zahlreiche Autos demoliert. Mit einer Eisenstange bewaffnet, hatte er auch Anwohner und Passanten verängstigt.

OB Kufen ließ sich täglich unterrichten

Trotzdem kam der Mann auch nach der vorerst letzten Randale Anfang September in der Nähe seiner Unterkunft an der Pregelstraße in Bergerhausen weder in U-Haft noch in die Psychiatrie. Für beides gab es keine rechtliche Handhabe. Stattdessen wurde er nach einer Nacht in Polizeigewahrsam in einer anderen Flüchtlingsunterkunft – offenbar am Volkswald in Heidhausen – untergebracht. Die Behörden ließen dort aber das Sicherheitspersonal aufstocken und behielten den Ghanaer permanent im Blick. Parallel wurde fieberhaft an einer Abschiebung gearbeitet. „Oberbürgermeister Thomas Kufen hat mich beauftragt, alles rechtlich Mögliche zu unternehmen, um den Mann abzuschieben“, erklärte Kromberg. Der OB habe gesagt, wenn es in einem solchen Fall keine Konsequenzen gebe, könne man das niemandem erklären. Kufen unternahm daher große Anstrengungen für eine Lösung des Falls und ließ sich kontinuierlich über den Erfolg aller Bemühungen unterrichten.

Die mögliche Gefährlichkeit des Mannes und das Risiko, dass er sich einer Abschiebung durch Untertauchen entziehen könnte, hatten bei den beteiligten Stellen zuletzt für erhebliche Anspannung gesorgt. Dass das Amtsgericht Essen jetzt der Argumentation der Stadt folgte und die Abschiebehaft für zulässig und geboten erklärte, sorgte daher für einige Erleichterung. Und so wurde der 23-Jährige am Dienstagmorgen um sechs Uhr aus seiner Unterkunft abgeholt und in die Abschiebehaft gebracht, in der er maximal vier Wochen verbleiben darf. Auch einen Abschiebetermin gebe es bereits, so Dezernent Kromberg, aber nun habe man schon einen „ersten Erfolg“ erzielt.

Mitarbeiterinnen nach Wutausbruch krankgeschrieben

Bürger und Beobachter hatten an einem solchen Erfolg zuletzt gezweifelt. Für Irritationen sorgte etwa, dass es nicht möglich war, den jungen Ghanaer in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft Essen wies allerdings darauf hin, dass eine U-Haft in aller Regel nur gerechtfertigt sei, „wenn eine längere Haftstrafe zu erwarten ist“. Da dem Mann vor allem Sachbeschädigungen vorgeworfen werden, war damit nicht zwingend zu rechnen. Allerdings räumten Verantwortliche unter der Hand ein, dass sie durchaus schwerwiegendere Attacken auch gegen Menschen befürchteten. Schon die drei Mitarbeiterinnen des Sozialamtes, die im Juli den Gewaltausbruch des 23-Jährigen in der Behörde an der Steubenstraße erlebten, fühlten sich bedroht und mussten langfristig krankgeschrieben werden.

 
 

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