Radweg-Alternative durch den Wald findet keine Mehrheit

Die alternative Radwegroute wäre radfahrerfreundlicher, doch dafür müsste Wald geopfert werden. Das möchte die Politik nicht.
Die alternative Radwegroute wäre radfahrerfreundlicher, doch dafür müsste Wald geopfert werden. Das möchte die Politik nicht.
Foto: Christof Köpsel
Weil der Radschnellweg Ruhr (RS 1) noch auf sich warten lässt und die Topografie im Essener Osten sehr hügelig ist, will die Stadt einen neuen Radweg bauen.

Essener Osten..  Für den neuen Radweg „Intercity-Route“ im Essener Osten bekam der städtische Grünplaner Hermann-Josef Steins in der Bezirksvertretung VI viel Lob. Trotzdem darf er einen Teil seines Plans nicht umsetzen, weil dafür zu viele Bäume hätten gefällt werden müssen.

Die „Intercity-Route“ soll die Lücke zwischen der Rheinischen Bahn im Westen und den hervorragend ausgebauten Radwegen im Osten sowie in Gelsenkirchen und Wattenscheid schließen. Zumal der Radschnellweg Ruhr (RS 1) von Hamm nach Duisburg noch auf sich warten lässt. Hermann-Josef Steins glaubt nicht, dass er in den nächsten zwei Jahren realisiert wird.

Einverstanden sind die Bezirksvertreter, speziell Radbeauftragter Ulrich Pabst (Grüne), mit der Entschärfung von steilen Rampen am Hallopark. Dass die Radfahrer auf der Stoppenberger Straße künftig in beide Richtungen auf der südlichen Seite fahren sollen und dürfen, findet ebenfalls ihre Zustimmung. Allerdings sollten die Kraftfahrer an der Tankstellenzufahrt auf kreuzende Radfahrer aufmerksam gemacht werden, bittet Ulrich Pabst.

Doch nicht anfreunden können sich die Stoppenberger Bezirkspolitiker mit dem Neubau des Weges durch den Wald. Er soll die beiden Seiten des Tals ohne Steigung verbinden.

Außerdem führe die Route dann nicht mehr durch das Gewerbegebiet Manderscheidt-straße und über die Langemarckstraße, sondern durch die Natur, argumentiert Hermann-Josef Steins. Doch für den Neubau müssten auf einer Strecke von 500 Metern die Bäume weichen. Dagegen sprach sich auch Bezirksbürgermeister Michael Zühlke aus: „Wir wollen doch nicht gleich zum Beginn des Grünen Hauptstadtjahres Bäume fällen!“ Zumal schon der Name des Stadtteils den Radfahrern signalisiere, dass sie mit Bergen rechnen müssten.

Hermann-Josef Steins nahm die Ablehnung seines Vorschlags sportlich: „Das ist kein Weltuntergang.“ [kein Linktext vorhanden]

 
 

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