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Radfahren in Essen: Das ist die gefährlichste Kreuzung der Stadt

Radfahren in Essen: Gefährlichste Kreuzung der Stadt ist überraschend. (Symbolbild)
Radfahren in Essen: Gefährlichste Kreuzung der Stadt ist überraschend. (Symbolbild)
Foto: Foto: i Stock by Getty Images (Symbolbild)

Essen. Radfahren in Essen ist nicht gerade ungefährlich: Einerseits gibt es deutlich zu wenig Radwege, andererseits fühlen sich Autofahrer oft gestört von den Radfahrern auf der Fahrbahn. Und das führt zu Unfällen, an denen auch die Radler oft schuld sind.

Die Polizei Essen hat Fahrradunfälle analysiert und dabei auch die Kreuzung herausgefunden, auf der das Radfahren am gefährlichsten ist: Hier kracht es am häufigsten zwischen Autofahrer und Fahrradfahrer. Doch die gefährlichste Kreuzung Essens liegt nicht in der Innenstadt oder in anderen hochfrequentierten Stadtteilen.

Radfahren in Essen ist gefährlicher als mancher denkt: Doch das liegt auch oft an den Radfahrern selbst

Nein, die gefährlichste Kreuzung der Stadt liegt an der Konrad-Adenauer-Brücke an der Wuppertaler Straße/ Ecke Frankenstraße zwischen Rellinghausen und Überruhr.

Hier geschehen die meisten Unfälle zwischen Radfahrern und Autofahrern. Grund dafür sind nicht nur Fehler der Autofahrer. Auch die Radfahrer sind maßgeblich an einigen Unfällen beteiligt, unter anderem weil viele Radler beim Überqueren der Kreuzung nicht absteigen, wie es durch ein Schild verlangt wird.

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Wolfgang Packmohr und Michael Krüger von der Polizei Essen analysierten die Daten und appellieren an die Radfahrer, aufmerksamer zu fahren. „Im Endeffekt zieht der Radfahrer den Kürzeren. Und natürlich müssen die Autofahrer ebenfalls aufpassen, denn sie haben quasi eine Waffe unter sich, mit der sie töten können. Aber Radfahrer müssen sehr aufmerksam sein, es gibt keine Pufferzone für sie.“

Und: Radfahrer sollen sich an die Verkehrsregeln halten. Das heißt: Nicht auf dem Gehweg fahren, außer es ist erlaubt, Radwege nutzen wenn vorhanden und nicht entgegen der Fahrtrichtung der Autos fahren, sondern immer mit der Fahrtrichtung der Autos. Sonst können Autofahrer die Radler eher übersehen, da sie nicht mit ihnen rechnen.

Viele Radfahrer bleiben in Schienen hängen und stürzen deswegen schwer

Ein weiteres Phänomen, das 2018 zum ersten Mal besonders aufgefallen ist: Unter den 489 Fahrradunfällen sind 121, also knapp ein Viertel Unfälle, ohne Fremdverschulden. Vor allem die Mischung Fahrradfahrer und Straßenbahnschiene hat für zahlreiche Unfälle gesorgt. Dass die Anzahl drastisch gestiegen ist, liegt vor allem an der Ecke Weidkampstraße/Hülsmannstrasse. Dort wurde eine neue Asphaltdecke verlegt.

„Und seitdem stürzen viel mehr Radfahrer in den Schienen als vorher. Da sind wir auch bereits an einer Lösungssuche dran, da das Problem extrem aufgefallen ist“, erklärt Packmohr.

„Eine Lösung könnten Gummilippen wie in der Schweiz sein, die über den Schienen liegen, wenn gerade keine Bahn fährt. Und wenn die Bahn kommt, schieben die sich automatisch zur Seite. Allerdings ist das eine teure Variante.“

Günstiger sei es, die Radfahrer umzuleiten durch die Armstraße, sodass sie an einem Punkt wieder herauskommen, der von der Straßenbahn nicht mehr frequentiert ist.

Infrastruktur ist nicht für Radfahrer ausgelegt

Das große Problem, dass es in der gesamten Stadt gibt, sei vor allem eine Infrastruktur, die noch aus den 50er und 60er Jahren stammt.

„Damals hat niemand an Radfahrer gedacht, die gesamte Infrastruktur wurde auf die Mobilität von Autos ausgelegt. Und das merkt man leider heutzutage noch sehr. Auch wenn die Stadt Essen in den letzten Jahren viel für den Ausbau für Radler getan hat“, sagt Packmohr.

Eine weitere Lösung zur Unfallvermeidung können auch Ampelphasen nur für Radler sein. Denn auch beim Abbiegen gebe es immer wieder Unfälle, wenn die Autofahrer den neben ihnen fahrenden Radler nicht oder zu spät sehen. Durch eigene Ampelphasen würden Radfahrer und Autofahrer nicht gleichzeitig losfahren und dadurch könnten Unfälle vermieden werden.

Ein Fakt, der die Ermittler überraschte: Die meisten Zusammenstöße zwischen Fußgängern und Radfahrern hat es in Essen-Heisingen gegeben, an der Roten Mühle und am Hardenbergufer. Dort habe es die schwersten Crashs im gesamten Stadtgebiet gegeben.

Gerade im Essener Süden gibt es vermehrt Zusammenstöße zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern

„Das liegt natürlich daran, dass dort durch den langen Sommer viele Radfahrer und gleichzeitig auch Spaziergänger unterwegs waren. Es sind beliebte Ausflugsmöglichkeiten und beide befinden sich auf einer Strecke, die nicht getrennt ist voneinander.“

Aber auch hier gilt: Der Radfahrer müssen auf sich aufmerksam machen mit der Klingel und umsichtig fahren, gerade auf gut gefüllten Straßen. Denn der Fußgänger ziehe bei einem Crash meistens den Kürzeren.

Die gute Nachricht trotz der zahlreichen Unfälle: Keiner endete tödlich für einen Radfahrer. (fb)

 
 

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