„Pro NRW“ plant Kundgebung vor Essener Asylheim

Im vergangenen April kamen rund 50 Anhänger von „Pro NRW“ nach Steele, um dort u.a. islamfeindliche Karikaturen zu zeigen. Am 9. März hat die rechtsgerichtete Partei nun wieder eine Demo angemeldet - vor dem Asylheim Auf’m Bögel in Haarzopf.
Im vergangenen April kamen rund 50 Anhänger von „Pro NRW“ nach Steele, um dort u.a. islamfeindliche Karikaturen zu zeigen. Am 9. März hat die rechtsgerichtete Partei nun wieder eine Demo angemeldet - vor dem Asylheim Auf’m Bögel in Haarzopf.
Foto: WAZ FotoPool
Die rechtsgerichtete Partei „Pro NRW“ hat für Samstag, 9. März, eine Kundgebung vor dem Asylheim Auf’m Bögel in Haarzopf angemeldet. Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ sowie zahlreiche Politiker wollen mit einer Gegendemonstration ein Zeichen setzen.

Essen-Haarzopf. Die rechtsgerichtete Partei „Pro NRW“ plant für Samstag, 9. März, eine Kundgebung vor dem Asylheim Auf’m Bögel in Haarzopf. Es ist eine Station der NRW-weiten Kundgebungstour, die ProNRW als „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ bezeichnet. Nach Angaben der Polizei laufen aktuell noch die Vermittlungsgespräche, die Genehmigung der Kundgebung liegt noch nicht vor. Polizeisprecher Raymund Sandach rechnet aber damit, dass die Genehmigung bis Ende der Woche erteilt wird.

Direkt nach Bekanntwerden der Kundgebungspläne bildete sich in der Stadt ein breites Bündnis, dass bereits eine Gegendemonstration angemeldet hat. Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ ruft am 9. März ab 13 Uhr zu einer Gegenkundgebung in „Ruf- und Hörweite“ zur „Pro NRW“-Veranstaltung auf. Auch die Linke hat bei ihrer Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch einstimmig die Unterstützung der Gegendemo beschlossen. „Gerade in Haarzopf hat nicht zuletzt die Einrichtung eines Runden Tisches es möglich gemacht, dass Asylsuchende schon seit Jahren ohne größere Probleme friedlich leben können”, sagte Sprecher Rainer Burk.

Bezirksvertreter verfassen Resolution

Empört waren auch die Politiker der Bezirksvertretung III bei ihren Sitzung am vergangenen Donnerstag. „Wir dulden keine rechtsradikalen oder rassistischen Aktivitäten in unserem Bezirk“, sagte Rainer Pflugrad und sprach damit allen Politikern der Bezirksvertretung III aus der Seele. Dort beschlossen alle Beteiligten, eine Resolution an die Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr zu formulieren, mit der die Politiker fraktionsübergreifend ihre Ablehnung für die geplante „Pro NRW“-Kundgebung deutlich machen wollen.

Über die Asylunterkunft Auf’m Bögel war in den vergangenen Monaten vielfach diskutiert worden. Dort hat die Stadt eine Erweiterung des Standortes beschlossen. Erst im Januar hatte der Ortsverband der CDU in Haarzopf und Fulerum von der Stadt stärkere Anstrengungen rund um die Übergangswohnheime für Asylsuchende Auf’m Bögel gefordert. Bis zu 40 Menschen sollen dort künftig untergebracht werden können.

Die steigende Anzahl von Asylbewerbern macht die Erweiterung nötig: Im vergangenen Jahr hatte die Stadt 55 Asylbewerber notdürftig in einer Turnhalle an der Bedingrader Lohstraße unterbringen müssen. JeS