Preiserhöhung des Semesterticket - Studierende sind nicht begeistert

Keine Zeit zum Weglaufen: Die Hochschulen müssen sich bald entscheiden, ob sie das Semesterticket trotz Preiserhöhung weiter anbieten wollen.
Keine Zeit zum Weglaufen: Die Hochschulen müssen sich bald entscheiden, ob sie das Semesterticket trotz Preiserhöhung weiter anbieten wollen.
Foto: FUNKE Foto Services
Studierende auf dem Campusgelände in Essen sind nicht begeistert über die Preiserhöhung des Semestertickets, aber viele sind darauf angewiesen.

Essen.. Das Semesterticket soll ab dem Wintersemester teurer werden. Die Nahverkehrsunternehmen fordern, den Monatspreis von bislang 18,36 Euro um 3,80 Euro verteilt über viereinhalb Jahre, zu erhöhen. Nach wie vor herrscht keine Einigkeit zwischen dem Verkehrsverbund Ruhr (VRR) und Vertretern der Essener Hochschule, ob das Ticket so weiter angeboten wird, oder nicht. Spätestens bis Juli müssen die Essener Studenten entscheiden. Ein „Nein“ hieße das Aus fürs Semesterticket.

Auf dem Campusgelände ist die Preissteigerung des Semestertickets ein Thema. Die Romanistik-Studentin Sarah Pfeifer (24) meint: „Das Ticket ist wirklich günstig, wenn man sich überlegt, dass man schon ziemlich weit und so oft man will damit fahren kann. Ich nutze es aber selbst nicht oft, ich habe ein Auto.“

Nicht alle Studenten können zur Not auf ein Auto ausweichen. Hannah Streck (18) sagt: „Es ist schon besser, wenn das Ticket nicht noch teurer wird, ich nutze es regelmäßig und bin darauf angewiesen“, sagt sie.

Bei Facebook von den Preiserhöhungen gehört

Zusammen mit Franziska Wolf (18) studiert sie im ersten Semester Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Auch Franziska kann sich nicht vorstellen, dass das Ticket eventuell wegfallen könnte. Die beiden haben im Gespräch mit Freunden und bei Facebook erstmals von den Preiserhöhungen des Semestertickets gehört und halten sich seitdem auf dem Laufenden.

„Natürlich wäre es schön, wenn es einfach beim alten Preis bleiben würde, aber besser als gar kein Ticket oder ein anderes viel teureres ist es allemal“, sagt Fulya Ince (25), die im siebten Semester Biologie und Türkisch auf Lehramt studiert.

VRR - Preiserhöhung unumgänglich

Der VRR sieht die Preiserhöhung als unumgänglich. VRR-Vorsitzender José Luis Castrillo erklärt: „Allen Hochschulverwaltungen und Asten liegt das gleiche Angebot vor und es wird keine unterschiedlichen Vertragsangebote geben. Jeder Vertragspartner kann nun eigenständig über das Angebot entscheiden. Von den insgesamt 34 Hochschulen haben aktuell 14 Hochschulen das vorliegende Angebot angenommen. Ich bin zuversichtlich, dass zeitnah weitere dazu kommen werden.“

Bislang hat sich die Uni Duisburg-Essen nicht entschieden. Marcus Lamprecht vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) meint: „Das Ticket sehen wir durchaus weiter als günstiges Angebot. Allerdings stellt sich uns die Frage, wie es nach 2020 weitergeht. Einige Punkte wie Mitnahmerechte weiterer Personen und Fahrräder etwa müssen noch geklärt werden. Der Entschluss wird spätestens drei Monate vor Semesterbeginn feststehen.“

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