Post-Trend geht auch in Essen zur Packstation

Sophia und ihre französische Austauschschülerin Sophie holen ein Päckchen aus der neu aufgestockten Paketstation am Stadtwaldplatz ab. Foto Alexandra Umbach
Sophia und ihre französische Austauschschülerin Sophie holen ein Päckchen aus der neu aufgestockten Paketstation am Stadtwaldplatz ab. Foto Alexandra Umbach
Foto: WAZ FotoPool
Der Trend geht zur Packstation: Insgesamt 1,5 Millionen Kunden haben sich laut Deutscher Post inzwischen registriert. Die Post hat das Fassungsvermögen der Packstation am Stadtwaldplatz mehr als verdoppelt: 178 Pakete passen hinein, statt bisher 76.

Essen.. Auch wenn die junge Frau ihr Päckchen in der Postfiliale abholt. Und ein Mann mit Paket unter dem Arm zum Schalter am Stadtwaldplatz eilt: Der Trend geht zur Packstation, meldet die Deutsche Post und vergrößert eine von 20 gelben Wänden mit vielen Fächern in Essen. Die neue modulare Station Nr. 105 steht am Stadtwaldplatz 1.

Sie hat jetzt 178 statt 76 Fächer. Der Bildschirm liegt tiefer als beim Vorgänger, soll bei Sonnenstrahlen leichter lesbar sein – der Kunde spiegelt sich weiterhin etwas störend. Im Winter sollen die Fächer nicht besser vor Vereisung geschützt sein.

Trend geht zur Packstation

„Immer mehr Menschen nutzen die Stationen“, sagt Post-Sprecher Achim Gahr. 1,5 Millionen Kunden haben sich laut Deutscher Post inzwischen registriert. Tendenz steigend. Daher kosteten die Stationen keinen Paketboten seinen Job. Ganz im Gegenteil: „Die Zahl der Pakete sei gestiegen.“ Mehr Boten seien unterwegs. Denn die Packstation (2500 sind es in Deutschland) erleichtere es gerade Berufstätigen, ihre Sendung rund um die Uhr abzuholen. So bestellten sie mehr.

Der Paketversand Hermes bleibt dennoch bei Fischgeschäft oder Tankstelle als Paketshop: 14.000 sind es. „Die haben zum Teil sehr lange geöffnet“, sagt Hermes-Sprecherin Birte Ayhan. Da her erübrige sich das Thema Station: „Wir setzen weiterhin auf persönlichen Service.

Paketstation-Nutzer registrieren sich im Internet und geben künftig als Empfänger-Adresse eine Stations-Nr. statt Wohnstraße an. Das könne im Urlaub eine in München sein, sagt Gahr. Kommt ein Paket an, bekommt der Kunde eine SMS oder E-Mail. Das Paket bleibt neun Tage in der Box. Versenden sei ohne Registrierung möglich, der Betrag dafür per Geldkarte nun an der Station bezahlbar. Kostet je einen Euro weniger als in der Filiale, „weil der Kunde mitarbeite“.

Ältere scheuen Technik

Der bedient die Packstation über den Berühr-Bildschirm. Beim Abholen öffnet nach dem Scannen des Codes auf der Benachrichtigung ein Fach. Welches, weiß der Kunde nicht, weil die Fächer nicht nummeriert sind. Kann spannend sein, so lange sich die Tür nur nicht schließt, bevor er sein Päckchen in Händen hält.

Am Stadtwaldplatz verschickt Heiner Kümmel (56) sein Paket zwar am Schalter: “Zur Abholung nutze ich aber die Station.“ Die steht gleich nebenan. „Die Kunden lieben die Packsation“, sagt eine Filial-Mitarbeiterin. Die jüngeren vor allem. Für manch ältere sei die Technik schwierig. Für ihre Postfiliale sei es aus kaufmännischer Sicht „natürlich besser, wenn die Kunden reinkommen.“

 
 

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