Polizei stellt die Suche nach Pierre Pahlke ein

Jörg Maibaum
Trotz der Unterstützung der holländischen Behörden haben sich keine „heißen“ Hinweise auf den 21-jährigen Vermissten ergeben, dessen Spur in Amsterdam endet.

Essen. Die Essener Polizei mobilisierte Hundertschaften aus dem ganzen Land, setzte Hubschrauber und Spürhunde ein, bekam am Ende Unterstützung von den holländischen Behörden und blieb bislang doch ohne Erfolg: Der 21-jährige Pierre Pahlke, dessen Spur die Ermittler zuletzt bis ins Amsterdamer Rotlicht-Milieu führte (die NRZ berichtete), bleibt wie vom Erdboden verschluckt.

Über fünf Monate nach dem bis heute unerklärlichen Verschwinden des behinderten jungen Mannes aus der Heimstatt Engelbert an der Manderscheidtstraße stellt die Polizei die Suche nach dem Vermissten jetzt ein. Die eigens gegründete Ermittlungskommission (EK) ist „im Grunde aufgelöst“, bestätigte Kriminalhauptkommissar Ralf Menkhorst, Leiter der EK, gestern gegenüber der NRZ. Das bedeute jedoch nicht, dass man von nun an untätig bleiben werde. Weiterhin werde jedem ernst zu nehmenden Hinweis nachgegangen. Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein Zeuge gemeldet, der Pierre in einem Essener Baumarkt gesehen haben will. Doch auch dieser angebliche Tipp entpuppte sich wie so viele andere zuvor als nicht belastbar.

Dennoch werde der Fall Pierre Pahlke schon deshalb nicht einfach zu den Akten gelegt, weil der 21-Jährige durchaus einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, wie es Staatsanwältin Elke Hinterberg formulierte, nachdem Spürhunde die Ermittler von Essen bis in die Amsterdamer Altstadt geführt hatten.

Dorthin, vermutet Menkhorst, könnte Pierre verschleppt worden sein, nachdem er am 17. September in einem Discounter an der Hubert-straße eine Flasche Isostar gekauft hatte. Allein, so viel steht fest, hätte es Pierre nie so weit geschafft. Doch auch die nicht allzu vielen Hinweise, die die Essener Ermittler bekamen, nachdem die niederländische Polizei Ende Januar ihrerseits ein Foto des vermissten Gladbeckers veröffentlicht hatte, führten nicht zum erhofften Ziel.

Selbst wenn die Hoffnung immer weiter schwindet, dass der Vermisste noch leben könnte, steht für Ralf Menkhorst fest, sofort reagieren zu können, sollten sich neue Anhaltspunkte ergeben: Den Fall Pierre Pahlke, sagt der Ermittler, „den habe ich immer präsent und im Kopf“.