Polizei Essen - „Bilanz kann sich sehen lassen“

Oberrat Manfred Joch und Kriminaldirektorin Christa Schmitz stellen die Jahresstatistik vor. Foto: Oliver Müller
Oberrat Manfred Joch und Kriminaldirektorin Christa Schmitz stellen die Jahresstatistik vor. Foto: Oliver Müller
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Essen.  Die Essener Polizei zieht eine positive Bilanz der Kriminalitätsstatistik für 2010. Mit 54.286 Straftaten lag das Niveau auf dem zweitniedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Im Jahr 2000 zählte die Polizei noch fast 62.000 Kriminalfälle.

Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote, sinkendes Kriminalitätsrisiko: „Unsere Bilanz kann sich sehen lassen“, sagt Kriminaldirektorin Christa Schmitz bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2010. Mit 54 286 Straftaten lag das Kriminalitätsniveau auf dem zweitniedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 zählte die Polizei noch fast 62 000 Kriminalfälle.

Erfolgreiche Arbeit der Ermittlungskommission „Teleflachs“

Eigentlich hätte die Essener Polizei für 2010 eine Verdoppelung der Fallzahlen melden und damit alle Polizeiführer bis hoch zum Landesinnenminister aufschrecken müssen. Das liegt an der erfolgreichen Arbeit der Ermittlungskommission „Teleflachs“, die eine Bande von Serienbetrügern hat auffliegen lassen.

Der Trick der Bande: Sie haben Zehntausende von Menschen quer durch Deutschland angerufen und ihnen vorgetäuscht, sie hätten via Internet einen Vertrag abgeschlossen. Aus dieser Nummer kämen sie wieder heraus, wenn sie 70 Euro überwiesen würden. „Technisch gesehen handelt es sich um 60 000 Fälle, auch wenn es in den meisten Fällen beim Versuch geblieben ist. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungskommission sich darauf beschränkt, die rund 1000 Fälle durchzuermitteln, in denen es Geschädigte gab.“ Nur dieser Fälle sind in Absprache mit dem Ministerium in die Statistik eingeflossen.

Zwei wichtige Trends der Statistik für das subjektive Sicherheitsgefühl hebt Kriminaloberrat Manfred Joch besonders hervor. Die Zahl der Überfälle (294) ist auf ein historisches Tief gesunken. Einen Teil dieses Erfolges reklamiert Joch für die seit fast drei Jahren tätige Ermittlungsgruppe Jugend. Den: Drei Viertel aller ermittelten Räuber sind jünger als 21 Jahre.

Deutlich zurückgegangen sind die Autoaufbrüche

Zweiter Erfolg: Die Zahl der Wohnungseinbrüche, die im Jahr 2009 die Schmerzgrenze von 2000 Fällen jährlich überschritten hatte, ist um mehr als 15 Prozent gesunken (siehe unten). Dagegen ist die Zahl der Taschendiebstähle (2364) deutlich gestiegen. Dafür macht Joch reisende Tätergruppen verantwortlich, die insbesondere in der Innenstadt aktiv sind. Inzwischen habe man hier durch Festnahmen einen „Verdrängungseffekt“ erzielt.

Diebstahlsdelikte machen nach wie vor fast die Hälfte aller angezeigten Straftaten aus. Den verursachten Schaden 2010 in Essen beziffert die Polizei auf 28 Millionen Euro. Deutlich zurückgegangen sind die Autoaufbrüche und Diebstähle von Motorrädern (jeweils minus 22 Prozent).

„Wir werden Altendorf im Auge behalten“

Die registrierte Rauschgiftkriminalität ist leicht zurückgegangen. Die Zahlen zur Drogenkriminalität hängen allerdings stark davon ab, wie viele Beamten die Polizei zu ihrer Bekämpfung einsetzt. Weil die Kripo im letzten Jahr ihre Kräfte konzentriert hat auf die Bekämpfung von Straßenkriminalität und Wohnungseinbrüchen, ist die Aufklärungsquote bei Drogendelikten deutlich abgesunken. Gewöhnt euch lieber nicht daran, sagt Joch mit Blick auf die Straßenhändler und erinnert daran, dass die Polizei zu Jahresanfang schon eine Razzia entlang der Altendorfer Straße durchgeführt hat. Joch verspricht: „Wir werden Altendorf im Auge behalten.“

 
 

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