Polizei ermittelt nach Feuer auf Zollverein wegen Brandstiftung

Nur noch Schutt und Asche: Kräfte des THW halfen bei den Aufräumarbeiten.
Nur noch Schutt und Asche: Kräfte des THW halfen bei den Aufräumarbeiten.
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Nach dem Brand des Architektur-Projekts "Haus auf Zeit" auf Zollverein ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ein technischer Defekt könne ausgeschossen werden. Erst um 15 Uhr waren sämtliche Löscharbeiten erledigt.

Bis Ende 2011 sollte das Papierhaus auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen stehenbleiben – am Dienstagabend fand dieses Architektur-Projekt auf Zeit allerdings ein jähes Ende: 550 Altpapierballen gingen in Flammen auf, die Feuerwehr ist wohl noch bis Mittwochnachmittag damit beschäftigt, die Stapel mit Unterstützung eines THW-Radladers auseinanderzuziehen, um an die Glutnester heranzukommen. Zwischenzeitlich brannte durch Funkenflug auch ein direkt angrenzendes Waldstückchen. Am Morgen waren rund 75 Prozent der Papierballen abgetragen und abgelöscht. Schwierig sei, dass das Feuer an einigen Stellen immer wieder auflodere. An einem benachbarten Gebäude platzten durch die starke Hitzeentwicklung Fensterscheiben.

Noch kein Verdacht auf Brandstiftung

Der begehbare Bau aus Papier war rund 250 Quadratmeter groß, sechs Meter hoch – und nach hinten offen. „So konnten Windböen das Feuer immer wieder anfachen“, erklärt Mike Filzen, Sprecher der Essener Feuerwehren. Zum Schutz gegen die Witterung war das Gebäude zudem imprägniert, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. In der Spitze waren bis zu 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW vor Ort. Noch in der Nacht machten sich Ermittler der Kripo auf den Weg zum Brandort. Sie ermittelt nun wegen Brandstiftung, wie die Pressestelle der Polizei mitteilte. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden. Zeugen, die am Dienstagabend ab 19 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Tel.: 0201 / 8290 zu melden. Eine fahrlässige Brandstiftung, etwa durch eine weggeworfene Zigarette, schließt Polizeisprecher Lars Lindemann nicht aus. "Das Gelände ist für jeden frei zugänglich. Jeder hätte ohne Probleme in die Nähe des Gebäudes kommen können."

Das Papierhaus war ein Beitrag zu einem 2007 von der Entwicklungsgesellschaft Zollverein ausgerufenen Architekturwettbewerb mit dem Titel „mobile working spaces – Temporäre Bauten als Raumangebote für Gründer“. Feuer auf Zeche Zollverein, "Haus auf Zeit" ein Raub der Flammen, Fortschreibung

 
 

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