Essen

Plus-Size-Bloggerin aus Essen: „Plus-Size-Models sind nicht wirklich dick“

Mia Masini ist Plus-Size-Bloggerin aus Essen.
Mia Masini ist Plus-Size-Bloggerin aus Essen.
Foto: Mia Masini

Essen. Wer sie fett nennt, hat vollkommen recht, sagt Mia. Aber es stört sie nicht. Nicht mehr zumindest. „Wer mich danach beurteilt, der hat ganz andere Probleme. Das ist ein Zustand, kein Charakterzug von mir. Also kann es mich auch nicht beleidigen.“

Mia Misini (33) aus Essen ist Plus-Size-Bloggerin. Auf ihrer Internetseite „Infaststyle“ zeigt sie anderen dicken Frauen, wie sie sich kleiden können und dass alle Farben möglich sind und es nicht nur ums Kaschieren geht. Es gibt einen großen Unterschied zu anderen Plus-Size-Bloggern.

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Mia hat schon Übergewicht, seit sie sich erinnern kann. „In meiner Familie hieß es immer: 'Kind, du musst abnehmen.'“ Und dann wurde tonnenweise marrokanisches Essen aufgetischt.

„Und das ist bekanntlich nicht gerade kalorienarm“, erzählt die gebürtige Marrokanerin und lacht dabei laut auf.

In der Pubertät konnte sie nicht die ganzen coolen Klamotten anziehen

Irgendwann hat die 33-Jährige aufgegeben, Diäten zu halten und sich mit ihrem Gewicht abgefunden: „Ja, ich bin dick.“ Doch viel schlimmer hat sie es gerade in der Pubertät gefunden, dass sie nicht die ganzen coolen Klamotten anziehen konnte wie die anderen, dünnen Mädchen.

„Es gab einfach nichts. Nur so Säcke und unförmige Shirts“, sagt Mia heute. Und deswegen hatte sie irgendwann begonnen, im Internet nach Kleidung zu suchen, die ihr nicht nur passt, sondern auch gefällt.

Das war in den 1990ern gar nicht so leicht. Doch irgendwann stieß sie auf ein britisches Unternehmen, das Plus-Size-Größen herstellte. Diese Firma bot die gleichen Klamotten an wie Labels mit schmalen Größen. Ab da gab es kein Halten mehr.

„Heutzutage ist es so, dass ich mir zehn Mal überlege, ob ich ein bestelltes Teil behalte. Denn ich habe ganz schön viele Klamotten. So viel habe ich schon bestellt.“

Die Idee zu ihrem Blog kam ihr, als sie von fremden Frauen immer öfter auf der Straße angesprochen wurde. „Ich wurde plötzlich gefragt, woher ich die tollen Sachen habe und dass sie ja nicht wüssten, wo sie so etwas kaufen könnten.“

2011 begann Mia Misini mit ihrem Blog "Infatstyle"

Zu Beginn, im Jahr 2011, holte sie sich ihre Inspirationen oft noch von anderen Plus-Size-Bloggern. Doch damit hörte sie schnell wieder auf.

„Viele Plus-Size-Models und Bloggerinnen versuchen alles, um ihre Rundungen zu kaschieren. Sie stellen sich bei Instagram und Co. schlanker dar, als sie es wirklich sind. Und das wollte ich nicht mehr.“

Die meisten dicken Frauen haben keine Sanduhr-Figur

Denn Mia Misini findet es gut, dass Plus-Size-Models zwar Kurven haben, „aber nur an den richtigen Stellen. Die meisten dicken Frauen haben keine schmale Taille und schlanke Waden. Sie haben keine Sanduhrfigur, wie viele Plus-Size-Models à la Ashley Graham sie haben.“

Heutzutage holt sie sich ihre Inspirationen von schlanken Bloggerinnen. Und sie achtet, auch wenn viele es kaum denken wollen, auf ihre Ernährung.

„Viele denken immer, Plus-Size-Blogger oder -Models machen keinen Sport und essen nur Junkfood. Das ist absolut falsch. Vermutlich wissen die meisten dicken Frauen viel mehr über gesunde Ernährung als andere“, meint Mia Misini.

Mia Misini hat auch versucht, abzunehmen

Natürlich habe auch sie mehrfach versucht, abzunehmen. Aufgrund einer Hormonstörung sei das nicht so möglich: „Darum ernähre ich mich gesund und achte auch darauf, dass meine Tochter ein gesundes Verhältnis zu Ernährung bekommt. Und ich fühle mich wohl wie ich bin.“

Mia Misini ist der Meinung: Wer wirklich abnehmen will, der schafft es auch. Wenn keine Krankheit vorliegt. „Oft werden dicke Menschen von anderen in die Abnehmerei reingedrängt. Aber wer nicht wirklich dahinter steht, der wird es auch nicht schaffen. Und wer sich wohlfühlt und gesund ist, der braucht auch nicht abnehmen.“

Inspiration für den eigenen Style holen

Und genau da setzt Mia Misini dann mit ihrem Blog an. Bei ihr können sich dicke Frauen Inspiration für ihren Stil holen. Sie gibt allerdings einen guten Rat noch mit: „Nur weil mir es steht, heißt das nicht, dass es auch anderen steht. Jeder muss das stylen, dass es zu einem passt. Dann macht man alles richtig." (fb)

 
 

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