Pfandringe für „würdevolles Sammeln“

Nach Ansicht von Grünen-Ratsherr Omeirat haben Pfandringe drei Vorteile: „Sie ermöglichen ein würdevolles Sammeln. Außerdem ist es verletzungsfrei und hygienisch.“

Den letzten Punkt sieht Andreas Walter vom Essener Bürgerbündnis (EBB) anders. „Süße Limoflaschen locken im Zweifel Wespen und andere Insekten an. Eine mögliche Folge wäre, dass Bürger gar nicht mehr an den Mülleimer herantreten und ihren Müll aus vermeintlich sicherer Entfernung in Richtung Tonne werfen. Das Ergebnis wäre ein vermüllter Bereich um den Abfallbehälter.“ Ähnlich sieht das auch EBB-Ratsherr Karlgeorg Krüger. „Wir beurteilen die Sache zurückhaltend und werden abwarten. Die Idee ist zweifellos gut, aber ob die Durchführung klappt, ist eine andere Frage.“

Klare Zustimmung für die Pfandringe kommt dagegen von den Linken und den Partei-Piraten. „Für die Sammler wäre das eine echte Verbesserung“, sagt Wolfgang Freye, OB-Kandidat der Linken. „Es wird immer mit den Kosten argumentiert, aber die bestehenden Mülleimer halten ja auch nicht ewig. Bei einer Neuanschaffung könnte man die Pfandringe gleich mit berücksichtigen.“ Freye sagt, dass man bei Abfallbehältern außerdem immer mit Beschädigungen rechnen müsse. Daher sei es falsch, damit zu argumentieren, dass die Pfandringe abgetreten oder zerschnitten werden könnten.

Matthias Stadtmann, Ratsherr der Partei-Piraten weist auch die Bedenken wegen möglicher Banden zurück. So viel könne man mit den Pfandflaschen nicht verdienen, als dass sich gewerbsmäßige Sammler dazu verabreden, „über die Mülleimer herzufallen“. Stadtmann erinnert daran, dass man das Pilotprojekt als kostengünstigen Versuch für die Innenstadt formuliert habe. „Wenn sich das nicht bestätigen sollte, hat man 20 Ringe in den Sand gesetzt. Das ist kein großer Verlust.“

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