Essen

Schwester von Peter S. weinend im Mordprozess: „Ich bin mit ihm gestorben.“

Die Angeklagten müssen sich vor dem Essener Landgericht verantworten.
Die Angeklagten müssen sich vor dem Essener Landgericht verantworten.
Foto: Funke Foto Services
  • Prozess um getöteten Peter S. aus Essen geht weiter
  • Schwester des Opfers sagt aus
  • Anklage lautet Mord

Essen. „Ich wusste sofort, dass etwas schlimmes passiert ist“, erzählt die Schwester von dem getöteten Peter S. bei ihrer Aussage vor dem Essener Landgericht. Der Vorsitzende Richter Jörg Schmitt hatte sie gerade gefragt, wann sie die Vermutung hatte, dass ihr Bruder nicht nur vermisst würde. Dann bricht sie in Tränen aus.

Alexander H. und Wolfgang N. sind wegen Mordes an dem 60-jährigen Peter S. angeklagt. Gemeinschaftlich sollen sie ihn getötet, die Leiche versteckt und die Beweise vernichtet haben.

Alexander H. habe ihn wegen seines Geldes töten wollen, so die Anklage. Wolfgang N. habe nichts gewusst von der Tötungsabsicht, sollte das Opfer nur außer Gefecht setzen, um dann das Geld in der Wohnung von Peter S. suchen zu können, so seine Aussage.

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Um Geld soll es gegangen sein. Peter S. soll dem Angeklagten Alexander H. Geld geliehen haben. Außerdem habe sich H. bei dem Mitangeklagten Wolfgang N. ebenfalls 12.500 Euro geliehen. Dieser wollte das Geld aber wieder. Also sollte Peter S., der rund 15.000 Euro Ersparnisse zu Hause in einem Küchen-Hängeschrank versteckt hatte, ausgeraubt werden.

Für die Schwester des Opfers ist der Prozess anstrengend. Sie hat im September 2017 die Vermisstenanzeige für ihren Bruder aufgegeben, hat mit ihrem Mann das Handy gefunden, ist mit der Polizei in die verlassene Wohnung des zu dem Zeitpunkt bereits toten Peter S. gegangen.

Die Stimme der Schwester zitter und bricht

Bei ihrer Aussage zittert ihre Stimme, bricht immer wieder weg. Als sie sich das Haar aus dem Gesicht streicht, zittern ihre Finger ebenso. „Ich bin in psychischer Behandlung seit ich weiß, was mit meinem Bruder passiert ist. Ich denke immer nur daran, Tag und Nacht. Es ist einfach nur grausam“, erklärt sie auf die Frage, wie es ihr geht seit dem Tod des Bruders.

Dann sagt sie einen Satz, der den ganzen Saal mucksmäuschenstill werden lässt: „Ich bin mit meinem Bruder gestorben.“ Ihre Stimme bricht weg, die Tränen laufen die Wangen herunter.

Peter S. sei anständig und ehrlich gewesen

Peter S. sei anständig gewesen, ehrlich und stets zuverlässig. Er habe viel gespart von seinem geringen Verdienst. Deswegen hatte sich die Familie gewundert, dass er Geld verliehen habe. „Er ist sonst so vorsichtig. Auf die Idee wäre ich nie gekommen,dass er Geld verleihen könnte.“

Unter anderem dieser Frage soll in den nächsten Prozesstagen auf den Grund gegangen werden.

Die Verhandlung geht am 15. Mai weiter.

 
 

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